Ehre, wem Ehre gebührt: Ehrenbürger Otmar Elsener

Wie angekündigt hier die Würdigung für den neuen Rorschacher Ehrenbürger Otmar Elsener. Die Laudatio hielt Stadtpräsident Röbi Raths.

Otmar Elsener, wohnhaft in Rorschach seit 1964, geboren 1934, verheiratet, Bürger von Zug ZG und Rorschach SG

„Otmar Elsener ist in Rorschach aufgewachsen. 1955 zog es ihn im fast zarten Alter von 19 Jahren in die USA. Im mittleren Westen, im Dorf «Highland», fand er Arbeit bei einer Stickereifirma. Dann folgten der Umzug nach New York und der Einzug in die amerikanische Armee mit Stationierung in Italien. 1964 kehrte Otmar Elsener zurück nach Rorschach. Er arbeitete sein gesamtes Berufsleben immer als Stickereikaufmann. Zusätzlich engagierte er sich im Rorschacher Gemeinderat, als Handelsrichter sowie als aktiver Fussballer und Tennisspieler. Zudem war er begeisterter Segler.

Seit seiner Pensionierung im Jahr 1999 ging Otmar Elsener seiner Leidenschaft als journalistischer Rorschach-Entdecker nach. Für das damalige «Ostschweizer Tagblatt», später «St. Galler Tagblatt», verfasste er an die 300 sorgfältig recherchierte Artikel über das Rorschach der Dreissiger- bis Fünfzigerjahre. Eine wichtige Inspirationsquelle seiner Arbeit war das umfangreiche Fotoarchiv seines Vaters Josef, der viele Rorschacher Szenen aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts festhielt. Otmar Elsener ist es zu verdanken, dass Geschichten aus früheren Jahrzehnten über den Alltag, die Arbeit, Orte und Personen der Gegenwart erhalten bleiben. Geschichten und Fakten, die ohne seine Neugier und seine Erzählkraft unbemerkt und unwiederbringlich im Dunst der Vergangenheit verschwunden wären.

Eine Auswahl dieser wunderbaren Geschichten-Sammlung publizierte Otmar Elsener in zwei Büchern, erschienen im Appenzeller Verlag. Otmar Elseners Geschichten sind weit mehr als lebendige Schilderung der Vergangenheit. Sie zeugen von der Liebe eines Menschen, der in unserer Stadt Rorschach aufgewachsen ist und sie für immer in sein Herz eingeschlossen hat. Sein unermüdliches Engagement zeugt von einer Sehnsucht, dass es der geliebten Hafenstadt auch in Zukunft gut gehen möge. So versteht er auch seine zahlreichen Geschichten: Nicht als schmucke Erinnerungsstücke, sondern als Appell, sich für unsere Stadt ins Zeug zu legen. Im ersten Buch «Rorschach – Geschichten aus der Hafenstadt» schrieb er treffend im Vorwort und ich zitiere: «Ich wünsche meiner Heimatstadt Rorschach, dass sie in Bewegung bleibt und stets offen für das Neue … denn von der Nostalgie allein hat man noch nicht gelebt.» Wir ehren Otmar Elsener als einen profunden Kenner der Stadtgeschichte. Seine Aufarbeitungen dokumentieren eindrücklich das gesellschaftliche und soziale Geschehen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert und sind ein wichtiges Element der Stadtgeschichte. Im Gegensatz zu klassischen Aufsätzen hat er mit seinen persönlichen Geschichten eine neue Form der Geschichtsschreibung erfunden, die breite Kreise dafür zu begeistern vermochte.

Für all diese Leistungen hat der Stadtrat Rorschach entschieden, Dir, Otmar Elsener, das Ehrenbürgerrecht zu verleihen. Herzliche Gratulation!“ (Text: pd sk rr)

In seiner Dankesrede freute sich Otmar Elsener über die Ehrung und erlaubte sich einen Wunsch zu äussern: Der Stadtrat möge bitte bei der Planung des neuen Hafenplatzes das legendäre Nebelhüsli nicht vergessen. Und Röbi Raths hielt darauf hin fest, dass der Platz für das Nebelhüsli im Sondernutzungsplan vorgesehen sei. Man meinte darauf hin von weit oben den Jubelschrei von Fred zu hören…

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2 Kommentare zu "Ehre, wem Ehre gebührt: Ehrenbürger Otmar Elsener"

  1. Lieber Otmar Elsener
    Herzliche Gratulation zur Verleihung des Ehrenbürgerrechts. Die Auszeichnung hast Du verdient.
    Du bist Bewahrer, Erzähler und Erklärer unserer Regionalgeschichte – und dies in einer Sprache, die das Volk versteht. Du stehst in der illustren Reihe mit anderen Lokalhistorikern wie z. B.: Richard Grünberger, Jakob Wahrenberger, Louis Specker, Kaplan Arthur Kobler.
    Unsere Heimat am See hat Dir viel zu verdanken, denn irgendwer hat einmal gesagt:
    „Ein geschichtsloses Volk wär‘ ein gesichtsloses Volk“.
    Mit Dank und freundlichem Gruss: Erich imboden

  2. Otmar Elsener – Ehrenbürger der Stadt am See. Wer, wenn nicht er hätte das mehr verdient? Seine Bücher, Veröffentlichungen und Kommentare zu nationalen und lokalen Ereignissen zeugen von einer unverbrüchlichen Loyalität, aber ebenso von seinem kritischen Geist. Der 90jährige Jubilar hat auch die dunklen Seiten der Geschichte nicht ausgelassen.

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