Rorschach und seine schon fast magischen Plätze

In Zeiten wie diesen sind Orte, an denen man Ruhe finden kann, immer wichtiger geworden. Da hat jede und jeder von uns seine eigenen Vorlieben. Ich selber habe rund ein Dutzend dieser Plätze im Städtchen, wo ich mich besonders gerne niederlasse. 3 davon sind auf Beizen bezogen, die nach wie vor geschlossen bleiben, aber die anderen stehen rund um die Uhr und bei jedem Wetter zur Verfügung. Und wenn ich mich dann da hinsetze, kann ich besser als anderswo das, was rund um mich passiert, einordnen. Was aber genial ist: Man kommt zur Ruhe! Mir war schon im Vorfeld klar, dass ich mich mit dem Sessionsbeginn in Bern wieder deutlich mehr hinsetze als die Woche zuvor. Wieso? Weil einige ParlamentarierInnen sich zeitweise wie Kleinkinder benehmen. Beispiel: Man kennt das aus dem völlig normalen Alltag, wenn eine Mutter versucht, das Kind beim Grossverteiler unmittelbar vor der Kasse von den Süssigkeiten abzuhalten. In aller Regel geht dann so etwas wie die Post ab. Kind brüllt, Mutter brüllt. Erziehungsalltag – mit einer bitterbösen Nuance. Die Mutter kann in dieser Situation kein Referendum ergreifen. Sie muss da einfach durch. Die ParlamentarierInnen nicht.

Und was machen einige unserer ParlamentarierInnen in Bern? Sie interpretieren Daten lieber mit einem Datum, täubelen wie kleine Kinder in die Kameras (wobei eigentlich der Corpus delicti darin liegt, dass solches überhaupt gesendet wird), drohen mit Referenden und führen sich auf, als ob sie die Weisheiten des Lebens mit dem Löffel gefressen haben. Mich nimmt ja nur wunder, was uns erwartet, wenn wir das mit diesem Virus nicht in den Griff bekommen. Das löst bei mir echt schale Gefühle aus und lässt mich eben diese Orte aufsuchen. Und das Problem ist, dass diese Session nochmals zwei Wochen dauert…