Statistik aktuell zu Sozialleistungen im Kanton

Die Staatskanzlei St.Gallen hat soeben den statistischen Analysebericht zur Sozialhilfe im Jahr 2018 veröffentlicht. Den ganzen Bericht finden Interessierte hier.

Die Fachstelle für Statistik hat in der Reihe «Statistik aktuell» den neuen Analysebericht zu den bedarfsabhängigen Sozialleistungen publiziert. Der Bericht präsentiert Basiskennzahlen zu Sozialhilfe, Alimentenbevorschussung, Elternschaftsbeiträgen und ausserordentlichen Ergänzungsleistungen sowie Kennzahlen zur Sozialhilfe im Asyl- und Flüchtlingsbereich aus dem Jahr 2018. Ein Spezialteil beleuchtet die Situation der Kinder und Jugendlichen, deren Eltern Sozialhilfegelder der Gemeinden erhalten.

Im Jahr 2018 haben im Kanton St.Gallen insgesamt 10’941 Personen finanzielle Sozialhilfeleistungen der Gemeinden bezogen, das sind 322 Personen weniger als im Vorjahr und entspricht einer Abnahme um 2,9 Prozent. Dies ist der erste Rückgang im Kanton St.Gallen seit 10 Jahren. Die Sozialhilfequote liegt unverändert bei 2,2 Prozent. Die Sozialhilfequoten der Gemeinden sind bei grösserer Besiedlungsdichte tendenziell höher. Überdurchschnittliche Sozialhilfequoten sind insbesondere bei Gemeinden mit Zentrumsfunktion festzustellen.

Sinkende Zahlen bei jungen Erwachsenen, Zunahme bei den Älteren: Die Zahl der unterstützten 18- bis 25-Jährigen ist seit Beginn der Statistik im Jahr 2005 um einen Viertel gesunken, stärker als in allen anderen Altersgruppen. Die Anzahl unterstützter Personen von 56 bis 64 Jahren steigt hingegen kontinuierlich und hat sich zwischen 2005 und 2018 mehr als verdoppelt. Durch diese Zunahme trägt die Bevölkerung zwischen 50 und 64 Jahren mittlerweile ein gleich hohes Sozialhilferisiko wie die Gesamtbevölkerung. Die Personengruppen von 56 bis 64 und ab 65 Jahren sind die einzigen, die 2018 nicht vom allgemeinen Rückgang der Fallzahlen betroffen waren, sondern weiter zugenommen haben, wobei die Personengruppe ab 65 Jahren zahlenmässig nach wie vor auf niedrigem Niveau ist.

Kinder und Jugendliche tragen das höchste Sozialhilferisiko: Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 0-17 Jahren weisen mit 3,4 Prozent die höchste Sozialhilfequote auf. Die Altersgruppe im Primarschulalter von 5 bis 12 Jahren ist dabei besonders betroffen, 2018 lag deren Sozialhilfequote bei 4,2 Prozent. Dass das Sozialhilferisiko der 5- bis 12-Jährigen überdurchschnittlich ist, hängt wohl auch damit zusammen, dass die Wahrscheinlichkeit, ebenfalls noch minderjährige Geschwister zu haben, vergleichsweise hoch ist. Mehrere minderjährige Kinder zusammen bedeuten wiederum eine grössere finanzielle Belastung für die Familien und auch Einschränkungen hinsichtlich der Erwerbsbeteiligung. Das Sozialhilferisiko der 16- bis 17-Jährigen ist in den vergangenen Jahren tendenziell gestiegen. Besteht in diesem Altersabschnitt noch eine Sozialhilfeunterstützung, ist zu bedenken, dass Sozialhilfebeziehende mit 18 als Erwachsene gelten und rückerstattungspflichtig werden für die ab diesem Zeitpunkt bezogenen Sozialhilfeleistungen, sofern sie sich nicht in einer Erstausbildung befinden.

2,9 Prozent aller privaten Haushalte bezogen finanzielle Sozialhilfe der Gemeinde: Insgesamt 6227 Privathaushalte beanspruchten 2018 mindestens einmal Leistungen der finanziellen Sozialhilfe der Gemeinde, was 2,9 Prozent aller privaten Haushalte des Kantons entspricht. Je nach Haushaltstyp bestehen deutliche Unterschiede. Eineltern-Haushalte tragen mit 17,6 Prozent ein sechsfach höheres Sozialhilferisiko.

Die Mehrheit der Unterstützten hat ausser der Sozialhilfe keinerlei Einkünfte: Im Jahr 2018 bezogen 56,5 Prozent der Unterstützungseinheiten in Privathaushalten ihren Lebensunterhalt ausschliesslich aus der Sozialhilfe und verfügten folglich über keinerlei zusätzliche Einkommensquellen. Dies sind 5 Prozentpunkte mehr als noch 2007. Diese Zunahme hängt zusammen mit dem Anstieg der Nichterwerbspersonen unter den Sozialhilfebeziehenden. (pd Sk)