Einen Punkt gewonnen oder einen Punkt verloren?

Nach der deutlichen Schlappe im Hinspiel anfangs September wollten die SPL2-Frauen des HC Goldach-Rorschach ihren Gästen vom LC Brühl gestern Sonntag gerne zeigen, dass mit ihnen zu rechnen ist. Für die zahlreichen Zuschauer ein Nerven aufreibendes Spiel, für die Mannschaften wohl auch!

Dass sie in der Cup-Partie vom Dienstag mit einer überzeugenden Leistung gegen die Nati A Mannschaft von Yellow Winterthur Selbstvertrauen tanken konnten, war die Theorie. Gestern zeigte sich, dass dies auch in der Praxis zutrifft. Nach einer kurzzeitigen Baisse am Anfang des Spiels, gelang es den GoRo-Frauen über eine lange Zeit, ihre Gäste in Schach zu halten. Mit einer kompakten und konsequenten Deckung und einer Jasmin Würth, die als «Tor-Hüterin» dieser Bezeichnung wirklich gerecht wurde, blieben sie bis sechs Minuten vor der Pause immer mit mindestens einem Tor in Führung. Bis kurz vor dem Pausenpfiff prägten Torlosigkeit und technische Fehler auf beiden Seiten die Partie. Letztendlich, nach einem weiteren Tor für GoRo, wechselten die Mannschaften beim Stand von 11:8 die Seiten.

In der zweiten Halbzeit konnten die Gastgeberinnen ihren Vorsprung sogar auf fünf Tore ausbauen. Brühl fand lange kein geeignetes Mittel, sich gegen die stark aufspielenden Gastgeberinnen abzusetzen. Bis sich der Trainer von GoRo entschied, den Vorsprung mit einem Systemwechsel zu sichern, er brachte die siebte Feldspielerin. Innerhalb von drei Minuten gelangen den Gegnerinnen drei Treffer in Folge und sie näherten sich auf 18:16 an. Im weiteren Verlauf gelang ihnen gar der Ausgleich zum 20:20. Zwischenzeitlich änderte GoRo wieder die Taktik und brachte ihre Torhüterin zurück ins Spiel. In den letzten fünf Minuten legten sie jeweils vor und Brühl zog immer wieder nach, bis man sich schliesslich beim Endstand von 23:23 trennte.

Betrachtet man den Spielverlauf, dann haben die GoRo-Frauen einen Punkt verloren. Da allerdings niemand damit gerechnet hat, gegen Brühl so aufspielen zu können und Chancen auf Punkte zu haben, kann man aber durchaus auch von einem Punktgewinn sprechen. (pd/nb)