Kommenden Donnerstag und Samstag im Zentrum St. Kolumban und im Wittahaus in Rorschach (Details auf den Flyer unten):
Armut beginnt leise und ist mitten unter uns
Jennifer Morf ist Leiterin des kirchlichen Sozialdienstes Rorschach und schreibt dazu: „Es ist Mitte Monat. Die Rechnungen sind bezahlt, das Konto ist fast leer. Noch zwei Wochen bis zum nächsten Lohn. Für manche Menschen in unserer Region ist das keine Ausnahme, sondern Alltag. Armut zeigt sich nicht immer sichtbar. Sie begegnet uns leise, hinter Wohnungstüren und mit der ständigen Frage, ob das Geld bis zum nächsten Lohn reicht.
Armut betrifft Familien, alleinerziehende, alleinstehende und ältere Menschen. Oft arbeiten diese Menschen in prekären Arbeitsverhältnissen.
Steigende Mieten, Krankenkassenprämien und Lebenshaltungskosten bringen viele Haushalte unter Druck. Oft reicht das Einkommen trotz Arbeit kaum aus, um die Fixkosten zu decken. Unvorhergesehene Ausgaben können die knappe Budgetplanung komplett über den Haufen werfen. Neben der finanziellen Belastung kommt häufig soziale Isolation hinzu. Denn wenn jeder Franken zählt, wird Gemeinschaft schnell zum Luxus.
Als kirchlicher Sozialdienst arbeiten wir subsidiär. Das bedeutet: Wir unterstützen ausschliesslich dort, wo keine staatlichen Stellen zuständig oder involviert sind. Unsere Hilfe ersetzt keine gesetzlichen Leistungen, sondern ergänzt dort, wo Lücken bestehen und stärken soziale Teilhabe.
- In unserer Region bestehen verschiedene Angebote, in die wir seit längerem etabliert sind, oder die wir am Aufbauen sind. Beispiele dafür sind:
die Lebensmittelabgabestelle (Marktstand) zur Entlastung von Menschen mit kleinem Budget - der BewerbungsRaum als Treffpunkt für gemeinsames Bewerben mit unterstützender Begleitung
- sowie EinfachFein, ein Kochanlass mit alltagstauglichen Menüs fürs kleine Budget
Diese Projekte zeigen: Unterstützung bedeutet nicht nur finanzielle Hilfe, sondern auch Begegnung, Stärkung und Perspektiven.All dies wäre ohne freiwilliges Engagement nicht möglich. Viele Menschen investieren Zeit, Wissen und Herzblut für andere. Dieses Engagement ist ein starkes Zeichen gelebter Solidarität in unserer Region.
Dafür gebührt allen Beteiligten ein grosser Dank. Wer mehr über unsere Arbeit und Projekte von der Seelsorgeeinheit erfahren möchte, ist herzlich eingeladen zum Tag der offenen Tür am 15. August 2026. Wir freuen uns auf Begegnung, Gespräche und gemeinsames Interesse an einer solidarischen Region. Gemeinsam können wir dazu beitragen, dass niemand mit seiner Not allein bleibt.“





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