Schloss Arbon: Wenn Musik die Seele berührt

Julia Wiesmann schreibt dazu:
Brahms’ Erste Violinsonate in Arbon

Es gibt Melodien, die berühren die Seele dort, wo Worte nur schwer hinreichen. Johannes Brahms’ Erste Sonate für Violine und Klavier gehört zu diesen seltenen Stücken. Sie ist ein Meisterwerk der Kammermusik, voller Wärme und Tiefe – und der Grund, warum Bastian Loewe, Co-Intendant von Klassik im Schloss, Geiger wurde. Zu erleben ist dieses Werk kommenden Sonntag, 23. November, um 17 Uhr im Schloss Arbon.

Für den Geiger Bastian Loewe begann die Geschichte mit dieser Sonate früh. Vierzehn war er, als er in einer Dokumentation über klassische Musik das Finale hörte. Ein paar Takte nur, doch sie trafen ihn, wie er sagt, “mitten ins Herz”. Wochen- und monatelang hörte er diese Passage immer wieder. “Ich war so fasziniert davon, dass ich mich während meines Studiums nie traute, die Sonate mit einem Lehrer zu erarbeiten. Stattdessen habe ich sie immer wieder allein gehört, gespielt und analysiert.

Ich wollte verstehen, warum diese Musik so unglaublich schön ist.” Für Loewe ist es bis heute, als blättere er in Brahms’ Tagebuch. Der sonst so zurückhaltende Komponist öffnet in diesem Stück die Tür zu seinem Innersten. Oft war Brahms beim Komponieren in Gedanken bei seinem Patenkind Felix Schumann, dem Sohn von Clara und Robert Schumann, der an einer Lungentuberkulose erkrankte und schliesslich starb. Im langsamen Satz der Violinsonate klingt seine Trauer unüberhörbar an.

Doch trotz dieser dunklen Passagen ist die Sonate von einer sanften Heiterkeit durchzogen. Sie strahlt nicht nach aussen, sie leuchtet wärmend nach innen. Intim und berührend. Das ist Kammermusik vom Feinsten.

Die Plätze im Saal sind nummeriert und in zwei Kategorien verfügbar. Der Apéro nach dem Konzert ist kostenlos. (Bild: pd kisa jw)

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