Und plötzlichen machen solche Asthaufen einen Sinn

Biodiversität bedeutet auch in der Stadt Rorschach mehr als nur Vielfalt der verschiedenen Arten von Pflanzen, Tieren oder Pilzen; sie umfasst auch die Vielfalt der Lebensräume und Ökosysteme sowie die genetische Vielfalt innerhalb der Arten, wie sie z.B. in den verschiedenen Obstsorten zum Ausdruck kommt. Mit anderen Worten: Biodiversität ist Leben. Und durch die Förderung der Biodiversität kommt Leben in die Stadt. Artenreiche Wiesen und Grünflächen, naturnahe Hecken, revitalisierte Gewässer, lebendige Gärten, begrünte Fassaden und Dächer – mehr Biodiversität ist überall möglich.
Es bedingt jedoch, dass eine Stadt ihre Tätigkeiten auf positive und negative Auswirkungen auf die Natur prüft. Nicht nur in den Sektoren Naturschutz, sondern auch im Tief- und Hochbau oder der Beschaffung und den Werkdiensten. Durch vorbildliche Pflege und Gestaltung von bestehenden und Schaffung von neuen Lebensräumen (wie hier im Bereich beim SBB Lift beim Hauptbahnhof) gewinnen alle. Denn dies fördert die Biodiversität und damit die lokale Wertschöpfung und das Wohlbefinden, die Gesundheit und die Naturerfahrungen der Einwohnerinnen und Einwohner in unserer Stadt.
Im folgenden Dossier sind ein Teil der aktuellen Natur undAsthaufen haben vor allem eine Bedeutung für Amphibien (Frösche, Kröten) sowie für verschiedene kleine Säugetiere wie Mauswiesel, Hermelin, Iltis und Igel. Sie bieten auch Totholz-Bewohnern (diverse Käfer, Bienen, Wespen und Ameisen) und bei guter Besonnung Reptilien (Eidechsen, Schlangen) einen wertvollen Lebensraum.

Asthaufen können Überwinterungsort, Sonn- und Versteckplatz sowie Aufzuchtkammer sein. Auch Vögel nutzen sie gerne als Sitzwarte oder als Brutort. Im Bereich des SBB-Lift wurden drei solche Biotope angelegt. Der Standort ist nicht ideal, da diverse der genannten Tiere eine ruhige Umgebung bevorzugen, trotzdem konnte mit wenig Aufwand der ökologische Wert dieses Grünfläche verbessert werden. Ast- und Steinhaufen (wie gestern vorgestellt im Bereich Wachsbleichestrasse) überlässt man sich selbst, denn schon kleine Veränderungen und Störungen können diesen sich selbst weiterentwickelnden Lebensraum schnell wieder zerstören. (Text: Michael Heggli, Leiter Stadtgärtnerei Rorschach)