Forum Würth Rorschach mit neuer Foyer-Ausstellung

Und hier noch wie angekündigt die offizielle Medienmitteilung zur gestrigen Vernissage im Würth Haus Rorschach.

Mit einer feierlichen Vernissage hat das Forum Würth Rorschach am 6. Mai 2026 die neue Foyer-Ausstellung «Lun Tuchnowski & Friends – Bildhauerei im Fokus der Sammlung Würth» eröffnet. Es ist bereits die 27. Ausstellung seit dem Bestehen des Würth Haus Rorschach.

Rund 500 kunstinteressierte Gäste folgten der Einladung zur Vernissage. Adrian Parpan, Geschäftsführer der Würth Management AG, begrüsste die Gäste und dankte Prof. Reinhold Würth und der Familie für deren unverzichtbares Engagement für die Kunst. Barbara Rohner, Leiterin des Forum Würth Rorschach, führte in das Werk und die Hintergründe von Lun Tuchnowski und seinen künstlerischen Weggefährten ein. Dr. Rolf Hohmeister, Arzt und Initiant der Schweizerischen Triennale der Skulptur «Bad RagARTz», reflektierte die tiefere Bedeutung von Kunst für das Leben. Das Trio Nautico umrahmte die Vernissage musikalisch mit lockeren undaufmunternden Liedern. Im Anschluss konnten die Gäste die Ausstellung in entspannter Atmosphäre erkunden und einen köstlichen Apéro von Panorama Catering geniessen.

Verbindung Tuchnowskis zur Sammlung Würth
Lun Tuchnowski war über Jahrzehnte hinweg in besonderer Weise mit der Sammlung Würth verbunden. Er wirkte nicht nur als bildender Künstler, sondern auch als Ausstellungsarchitekt und gestalterischer Berater. Mit mehr als 100 Ausstellungen, an denen er bei Würth mitgewirkt hat, prägte er die Sammlung nachhaltig.

Die Ausstellung «Lun Tuchnowski & Friends» beleuchtet zentrale Phasen von Tuchnowskis künstlerischen Schaffens. Seine Arbeiten verbinden geometrische Formen mit figurativen und erzählerischen Elementen. Gegensätze erscheinen bei ihm nicht als Widerspruch, sondern als Quelle der Inspiration. Neben Skulpturen zeigt die Ausstellung auch Gemälde und Zeichnungen, die Einblicke in seinen gestalterischen Prozess gewähren.

Zu den wiederkehrenden Motiven gehören der Kopf und der menschliche Körper. In seinen Kopfserien, die der Künstler vielfach als Selbstporträts verstand, wird das Figurative immer neu ausgelotet. Besonders prägnant wirkt die Serie «Lips» – übergrosse Münder mit voluminösen Lippen, die eine starke körperliche und emotionale Präsenz entfalten.

Ein zentrales Motiv ist der Kegel. Inspiriert von Thomas Bernhards Roman «Korrektur» schuf Tuchnowski die Serie «Roithamers Kegel», an der er über zweieinhalb Jahre arbeitete. Literarische und gedankliche Strukturen werden dabei in skulpturale Form übersetzt – Plastiken sprechen dort, wo Sprache an ihre Grenzen stösst.Das «Pi Project», welches auch das Titelmotiv der Ausstellung ist, offenbart weitere künstlerische Inspirationsquellen. Ausgehend von chinesischen Pi- oder Bi-Scheiben setzte sich Tuchnowski mit Fragen von Ritual, Energie und Transformation auseinander. Sein Atelier war dabei ein zentraler Ort des künstlerischen Austauschs – ein lebendiger Raum, in dem sich eigene Werke, Fundstücke und Arbeiten von Freunden begegneten.

Eine besondere Bedeutung kommt auch dem Robert Jacobsen Preis zu, den die Stiftung Würth 1993 ins Leben rief. Lun Tuchnowski war der erste Preisträger dieses bis heute im Zweijahresrhythmus vergebenen Kunstpreises – eine Auszeichnung, die seine herausragende Position in der internationalen Bildhauerei unterstreicht.

Bildhauerei im Dialog – «Friends»
Die Ausstellung zeigt bewusst auch Arbeiten von Weggefährtinnen und Weggefährten von Lun Tuchnowski. Vertreten sind Werke seiner Lehrer Robert Jacobsen und Eduardo Paolozzi sowie weiterer Robert Jacobsen Preisträger: Richard Deacon, Stephan Kern und Rui Chafes. Hinzu kommen unter anderem Arbeiten von  befreundeten Künstlerinnen und Künstlern wie David Hockney, Tomi Ungerer, Hans und Ivan Baschang und Terezka Zimmer, aber auch Schüler wie Bernhard Betz und Andreas Ilg.

Die Ausstellung zeigt damit nicht nur Tuchnowskis Werk, sondern ebenso die vielfältigen Beziehungen und Begegnungen, die es geprägt haben. (Text: pd würth / Bilder: Ueli Steingruber)

Gerne möchte das Forum Würth Rorschach an dieser Stelle noch auf zwei besondere Veranstaltungen hinweisen:

  • 30. Mai 2026: Themenführung: Lun Tuchnowski – Ein Spiel der Gegensätze anlässlich des 80. Geburtstages von Tuchnowski (Infos hier)
  • 28. April 2027: Gesprächsrunde zu Lun Tuchnowski (C. Sylvia Weber, Dr. Oliver Class und Bernhard Betz)

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