Am Montagabend durfte Stadtpräsident Röbi Raths rund 100 Personen zum Stadtapéro im Stadthofsaal begrüssen. Obwohl schon alles äusserst ausführlich in den aktuellen Stadtinfos aufgelistet wurde, hat er nochmals die wichtigsten Fragen erörtert: Wieso besteht dringender Handlungsbedarf? Warum vorerst nicht gemeinsam mit Rorschacherberg? Gibt es Einschränkungen bezüglich einer späteren Entwicklung bezüglich Seeufer Ost? Sind Wohnmöglichkeiten auf dem jetzigen Strandbadareal eine bessere Lösung oder würden gar Steuersenkungen dank privater Überbauung in Aussicht stehen?
Röbi Raths macht auch keinen Hehl daraus, dass man mit dieser Vorlage Zeit für die Gesamtplanung gewinnen wolle und dass bei einem Ja der Betrieb der Schwimmbecken auf 25 Jahre gesichert sei. Er betonte aber auch, dass bei einem Nein bereits im kommenden Jahr die Schwimmbecken stillgelegt werden müssten. Ronnie Ambauen, Leiter Bau und Stadtentwicklung erörterte dann die baulichen Details der Vorlage. Durch die Optimierung der Wasserflächen (vor allem das grosse Becken wird kleiner) können die Kosten gesenkt werden. Das Rorschacher Stimmvolk wird am 9. Juni über einen Kredit von rund 5 Mio. Franken zu befinden haben.
An Widerstand fehlte es am Stadtapéro nicht. Der ehemalige Stadtpräsident Thomas Müller und auch Toni Ringer haben scharfe Kritik geübt und sehen nicht ein, weshalb der aktuelle Stadtrat die ursprünglichen Ideen rund um die Entwicklung dieser Region am See nicht weiterverfolgt. Röbi Raths konterte mit dem Hinweis, dass sie auch in der Politik zwischenzeitlich ein Umdenken stattgefunden habe und dass es aus seiner persönlichen Sicht fast ein Ding der Unmöglichkeit sei, heutzutage eine Grün- und Naherholungszone in eine Wohnzone umzuwandeln. Mit seiner Aussage „Das Areal ist ein Naherholungsgebiet für alle und nicht nur für Privilegierte“ erntete er viel Applaus. Ein Votant forderte, dass man bei den möglichen Arbeiten auch den Sprungturm nicht vergessen solle und allenfalls im Bereich auch ausbaggern könnte.
Der Abstimmungskampf ist lanciert. Seitens der politischen Ortsparteien hat sich am Montagabend nur die SP Rorschach Stadt am See geäussert und sich klar für den Erhalt des Strandbades ausgesprochen. Mal schauen, ob sich da auch noch die anderen Parteien vernehmen lassen. Letztlich entscheiden dann die Rorschacherinnen und Rorschacher am 9. Juni 2024 an der Urne, ob sie dieser Kreditvorlage zustimmen oder nicht. Die Abstimmungsunterlagen werden in den nächsten Tagen verschickt.



