Gemeinsamer Einsatz für die Menschenrechte

Die Gruppe Rorschach von Amnesty International lädt am kommenden Samstag, 12. Dezember 2020, zum Briefmarathon. Zwischen 09.30 und 16 Uhr können Interessierte diese Aktion an der Hauptstrasse 70 (ehemals Hotelplan) unterstützen.

«Der Briefmarathon von Amnesty International setzt sich für Personen ein, die sich mutig für die Menschenrechte einsetzen», sagte Beat Gerber, Mediensprecher von Amnesty International. «Sie engagieren sich für Frauenrechte, für die Rechte der LGBTI*-Community, für den Schutz des Amazonasgebietes, gegen Folter oder das Verschwindenlassen und riskieren damit, von ihrer Regierung verfolgt zu werden.»

Jedes Jahr im Dezember senden Menschen aus aller Welt im Rahmen des Briefmarathons Millionen von Briefen, E-Mails, Tweets, Facebook-Nachrichten und Postkarten an Menschen, deren Rechte gefährdet sind. Damit ist der Briefmarathon die grösste Menschenrechtskampagne der Welt.

Trotz der Pandemie hofft Amnesty International, mit vereinten Kräften den Rekord des vergangenen Jahres zu brechen: 2019 wurden fast 6,5 Millionen Unterstützungsbotschaften an inhaftierte, bedrohte und politisch verfolgte Menschen aus zehn verschiedenen Ländern geschickt.

Fokus auf Menschenrechtsverteidiger aus allen Teilen der Welt

Dieses Jahr setzt sich Amnesty Schweiz insbesondere für sechs Menschenrechtsverteidigerinnen und -verteidiger aus der Türkei, Kolumbien, Burundi, Pakistan und Saudi-Arabien ein. Die Gruppe Rorschach hat drei ausgewählt:

Jani Silva, Kolumbien – Jani hat ihr Leben dem Schutz des Amazonasgebiets gewidmet. Sie setzt sich für die Bauern und Bäuerinnen in der Region Putumayo im Süden Kolumbiens ein, wehrt sich gegen Erdölkonzerne, die den Regenwald und dessen Biodiversität zerstören. Für ihr Engagement wird sie verfolgt, von Unbekannten eingeschüchtert und mit dem Tode bedroht.

Germain Rukuki, Burundi – Germain ist Ehemann, Partner und Vater von drei Kindern. Seinen jüngsten Sohn, geboren 2017, hat er noch nie gesehen: vor seiner Geburt wurde Germain verhaftet. Ein Gericht in Burundi hat ihn wenig später zu 32 Jahren Haft verurteilt, weil er in einer christlichen Anti-Folter-Organisation aktiv war. Nun sitzt er wegen «Untergrabung der staatlichen Sicherheit» im Gefängnis. «Wie lange muss mein Partner diese Ungerechtigkeit noch ertragen?» fragt sich seine Frau Emelyne.

Nassima al Sada, Saudi-Arabien – Viele Jahre lang hat sich Nassima al-Sada dafür eingesetzt, dass Frauen in Saudi-Arabien frei leben können. Ihr mutiges Engagement hat dazu geführt, dass sie ihre eigene Freiheit verloren hat. Zusammen mit 13 weiteren Frauenrechtsaktivist*innen wurde Nassima 2018 verhaftet und befindet sich seither in Haft.

Über den Briefmarathon:

«Ein Brief kann ein Leben verändern. Unsere Erfolge der letzten 50 Jahre zeigen, welche Wirkung Briefe für bedrohte und verfolgte Menschen haben können. Nicht nur wurden dadurch zahlreiche Gefangene aus der Haft befreit, sie sind auch ein wichtiges Zeichen der Solidarität für die Betroffenen und ihre Familien», sagte Beat Gerber.

Um mehr zu erfahren oder einen Brief zu schreiben, kann man die dafür bestehende Webseite besuchen. Kontakt mit Ralph Berger, Leiter der Gruppe Rorschach, kann man per Mail herstellen oder unter 079 282 66 09. (Text: pd ai)