Was ist ab der 31. Minute falsch gelaufen?

Nach einer kämpferisch guten Leistung in der ersten Halbzeit, baut das Damen 1 nach der Pause massiv ab und wird von den Red Dragons Uster klar mit 17:30 (10:14) Toren besiegt.

Es waren in den ersten 30 Minuten einmal mehr die kleinen, aber entscheidenden Unterschiede, die dem Gegner einen Vorteil mit auf den Weg in Durchgang zwei gaben. Zu viele technische Fehler, eine mangelhafte Chancenauswertung und auch die Tatsache, dass die roten Drachen auf der Torhüterposition klar besser besetzt waren, machte die Aufgabe für das Team von Goldach-Rorschach nicht einfacher. Nun, was sie trotz der Mängel zum Besten gaben, liess sich sehen. Während keiner Phase der ersten Halbzeit offenbarten die GoRo-Frauen den Eindruck, als glaubten sie nicht an ihre Chance. Vor allem in der Defensive überzeugten sie durch viel Kampfgeist und gutem Stellungsspiel, machten die Räume eng, sodass die Gäste mit Fortdauer der Partie immer seltener Lücken für gute Abschlüsse fanden. Auch im Angriff suchte das Heimteam unermüdlich den Weg Richtung Tor, holte in den entscheidenden Momenten aber zu wenig aus den guten Chancen heraus um die Gegnerinnen so richtig in Verlegenheit zu bringen. Die Aussichten, nach der Pause dranzubleiben, standen gut.

Noch 24 Stunden später fragt man sich als verantwortlicher Trainer, was ab der 31. Minute falsch gelaufen ist. Wie hätte man in den Trainings der letzten Wochen agieren müssen, um die bekannten Schwachpunkte auszumerzen? Fährt man auf der falschen Schiene und hat man mit den technischen und taktischen Schwerpunkten in der Vorbereitung auf die falsche Karte gesetzt? Tatsache ist, die Mannschaft der zweiten Halbzeit ist nicht das Team, welches sich Woche für Woche, Training für Training aufopfert und begeistert. Eine zweite Halbzeit wie die gegen Uster haben Goro’s Damen nicht verdient, weil sie einfach mehr zu bieten haben. Die 17:30 Niederlage wird Spuren hinterlassen und der Dirigent muss sein Orchester wieder in die Spur bringen, damit die Gegnerinnen möglichst schnell zu spüren bekommen, wer die Musik macht. Dass die Saison für Spielerinnen und Trainer nicht einfach werden würde und eine enorme Herausforderung darstellt, war allen bewusst. Nach den ersten vier Meisterschaftsspielen ist es nicht einfacher geworden, im Gegenteil. Doch eines ist klar, die nächste Orchesterprobe steht an, und das nächste Konzert wird hoffentlich mit demselben Esprit angegangen wie die vier bisherigen Auftritte. (Fotos: pd, Text: hr)