„Medizinische Versorgung muss gewährleistet bleiben“

Die ganze Debatte um die vom Kantonsrat besiegelte Schliessung unseres Spitals hat hier im Rorschacher Echo einige Reaktionen hervorgerufen. Höchste Zeit also, dass der Stadtpräsident selber zu Wort kommt. In der gestrigen Ausgabe der Bodensee Nachrichten hat Marino Walser einen Artikel zur Thematik veröffentlicht, den man hier findet.

Der Verlust des Spitals vor Ort löst auch Unbehagen aus. Unbehagen deshalb, weil man nicht abschätzen kann, wie das mit diesem Gesundheits- und Notfallzentrum in Rorschach dann auch funktionieren soll – zumal dieses ja auch noch gar nicht vorhanden ist und vielleicht erst auf Plänen skizziert ist. Röbi Raths beruhigt: „Das angedachte Zentrum soll an zentraler Stelle in der Stadt realisiert werden. Bis dahin braucht es allenfalls eine trag- und vertretbare Übergangslösung. Wir sind mit Hochdruck dran. Für mich steht völlig ausser Frage, dass die medizinische Grundversorgung für die BewohnerInnen unserer Stadt wie auch der Nachbargemeinden ununterbrochen sichergestellt sein muss. Ohne ein Angebot dieser Art werde ich eine komplette Spitalschliessung in Rorschach zu verhindern versuchen.“

Gesundheitschef Bruno Damann hat verlauten lassen, dass „diesbezüglich (gemeint sind hier diese GNZ) jede Region bekommen soll, was sie braucht und nicht, was wir (der Kanton) ihr aufdrängen. Und es soll es gibt nicht viermal dasselbe Gesundheits- und Notfallzentrum geben. Es soll vier verschiedene geben“. Die Krux wird hier darin bestehen, dass zwischen der politischen Ebene und deren Zielvorstellungen und der Fachlichkeit der Ärzteschaft ein Konsens geschaffen wird. Und vor allem, dass die Wege im Notfall nicht unzumutbar verlängert werden. Da sind noch harte Nüsse zu knacken und wahrscheinlich auch solche, die man momentan noch gar nicht als Knacknuss definiert. Eine weitreichende Debatte über den Wert unserer Gesundheitsversorgung ist zwingend nötig. Im demokratischen Grundverständnis sollte am Schluss das Volk entscheiden, was es will. Dass dies in der aktuellen Situation nicht möglich ist und kaum Entrüstung auslöst, ist ganz leicht irritierend – gerade in Pandemiezeiten.

Röbi Raths stellt aber gegenüber dem Rorschacher Echo in Aussicht, dass noch in diesem Jahr eine umfassende Orientierung der Bevölkerung zusammen mit beteiligten Parteien erfolgen wird. Die Menschen der Stadt Rorschach haben ein Recht darauf zu wissen, was da nach der Schliessung des Spitals auf sie zukommt. Das Rorschacher Echo bleibt am Ball …




1 Kommentar zu "„Medizinische Versorgung muss gewährleistet bleiben“"

  1. Die Region braucht jetzt einen runden Tisch für eine echte Bedarfsplanung mit regional politisch Verantwortlichen, Ärzteschaft und weiteren Organisationen, wie beispielsweise die Spitex oder Pflegeeinrichtungen. Ich befürchte, dass ansonsten auf irgendeiner Ebene Vorentscheide gefällt werden (Stichwort Erfindung GNZ), ohne dass die vor Ort medizinisch tätigen Fachpersonen in den Prozess eingebunden sind. Es darf nicht geschehen, dass plötzlich Ideen oder Bauprojekte fortgeschritten auf dem Tisch liegen, die mit dem Bedarf vor Ort wenig gemein haben. Das, was im Vorfeld des politischen Entscheids zur Spitalschliessung geschehen ist, darf sich nicht wiederholen. Hier hat man sich um die Bedürfnisse vor Ort nicht gekümmert. Politisches Ziel war erst einmal nur die Spitalschliessung. Wenn man etwas Positives aus der ganzen Sache ziehen will, dann doch die Möglichkeit, jetzt etwas Schlaues auf die Beine zu stellen, was dem Bedarf in der Region jetzt und in der nahen Zukunft gerecht wird. Und was liegt da nicht näher, als eine Zusammenarbeit zwischen Politik, den medizinisch Tätigen und den Bürgern. Wenig sinnvoll wäre es, Projekte von politischer Seite einfach jetzt schnell auf die Beine zu stellen ohne eine solide Bedarfsabklärung. Man hört bereits Gerüchte über Projekte in Rorschach und in Goldach. Ich hoffe und bin auch zuversichtlich, dass nun die Politik mit den Mediziner/-innen, der Spitex und den Pflegeeinrichtungen das Gespräch und eine Zusammenarbeit sucht, und zwar bevor Fakten geschaffen werden, damit aus der ganzen Sache noch etwas richtig Gutes wird.

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