Ein Rorschacher braucht noch etwas Unterstützung …

Hier wurde kürzlich ein Hinweis auf die Lancierung einer Petition zur Rettung der Regionalspitäler im Kanton St. Gallen veröffentlicht. In Rorschach aktiv dafür unterwegs ist der hier wohnhafte Benedict Wasmer. Das Rorschacher Echo hat ihn nach seinen Beweggründen befragt. Hier seine Argumente:

„Seit ich davon gehört habe, dass die Regionalen Spitäler geschlossen werden sollen, lässt mich der Gedanke nicht los,  dies zu verhindern versuchen.  Einige Ideen und Fragen gehen mir dabei immer wieder durch den Kopf:

  • Man könnte z.B. die komplexeren Eingriffe zwar in St. Gallen durchführen, jedoch die Nachbehandlung könnte doch in den Regionen stattfinden.
  • Spezialisierung der Regionalen Spitäler in einen Fachbereich: Muss alles wirklich in St. Gallen sein, könnten nicht gewisse Bereiche auf die Regionen verteilt werden?
  • Ist das Kantonsspital in aussergewöhnlichen Lagen immer und jederzeit für alle gut erreichbar? Ist die nötige Kapazität vorhanden?
  • Ist es nicht auch ein Risiko, alles an einem oder wenigen zentralen Orten zu haben?
  • Gerade in der heutigen Klimadebatte sollte das Thema berücksichtigt werden, z.B. kurze Arbeitswege ohne Auto, kurze Wege für Angehörige, Arbeitsplätze in der Region etc.

Ich finde es schade, dass nun auch das St. Galler Gesundheitswesen mehr und mehr den Profit und den Gewinn in den Vordergrund stellt und nicht mehr den Service in den Regionen und der Bevölkerung. Der Service in den ländlichen Regionen wird reduziert und Spitzenmedizin soll nur noch in St. Gallen betrieben werden. Mir ist es ein Anliegen, dass auch in den Regionen weiterhin ausreichend Spitäler vorhanden sind um z.B. Notfälle abzudecken oder Personen, die einen längeren Aufenthalt im Spital benötigen, in ihrem Umfeld zu belassen. So können Angehörige diese einfach und schnell besuchen. Nicht jeder ist so mobil, dass er jederzeit nach St. Gallen oder in eines der verbleibenden Spitäler kann. Die Kosten für das Ausweichen auf den öffentlichen Verkehr, die Parkplatzgebühren, den grösseren Zeitaufwand, der benötigt wird um Angehörige zu besuchen, werden die Angehörigen tragen müssen. Gerade für ältere Menschen und Familien ist das eine zusätzliche finanzielle Belastung.

Die jüngere Generation ist zwar mobiler, aber viele haben bereits einen langen Arbeitsweg und sollen nun im Bedarfsfall nochmals bis zu 30 min. pro Weg auf sich nehmen. Ich war froh, als mein Vater für einige Tage im Spital in Rorschach war und wir ihn bei uns im Ort besuchen konnten, zu Fuss oder mit dem Fahrrad. Um meinen Beitrag für den Erhalt des Spitals Rorschach zu leisten und weil sich bei uns in der Region noch niemand öffentlich für unseren Spital stark macht, habe ich mich entschieden diese Petition ins Leben zu rufen.“




1 Kommentar zu "Ein Rorschacher braucht noch etwas Unterstützung …"

  1. Ursula Bosshard | 24. April 2020 - 18:21 um 18:21 |

    Danke Herr Wasmer, dass Sie diese Petition gestartet haben! Es liegt auch mir am Herzen, dass uns das Spital erhalten bleibt. Zweimal schon konnte ich dort notfallmässig Hilfe erhalten. Hätte ich an einem Wochenende, ohne Auto, erst nach St. Gallen reisen oder mit der Ambulanz dorthin gebracht werden müssen, wäre es beim einen Mal vielleicht zu spät gewesen. Die Mehrkosten für eine Fahrt mit der Ambulanz sind ja auch beträchtlich. Jedenfalls habe ich die Petition unterschrieben und stehe gern zur Verfügung, wenn es um eine mögliche Aktion geht, falls das im Rahmen der jetzigen Umstände bleibt. Mit freundlichen Grüssen, Ursula B.

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