Jubiläum: 5. Schneeskulpturen-Festival

Gestern Sonntag, 12. Januar fand das 5. Schneeskulpturen-Festival vom Forum Würth Rorschach unter dem Motto «Die Sprache des Körpers» statt und liess über 3000 Besucher staunen, welche kreativen Skulpturen aus einem einfachen Schneewürfel entstehen können. Gleich 10 Teams traten gegeneinander an und zeigten ihre eigene Interpretation des Mottos. Als Gewinner ging das Team «Ice Ice Babies» mit der Skulptur «Die Affen sind los» vom Platz (Beitragsbild).

Bei perfekten Temperaturen und schönem Wetter ging das 5. Schneeskulpturen-Festival erfolgreich über die Bühne. Mehr als 3000 Besucher kamen in den Skulpturengarten des Würth Haus Rorschach, um den Teilnehmern über die Schulter zu schauen und für den Publikumspreis ihre Stimme abzugeben. «Ein absoluter Besucherrekord für uns.», sagte Barbara Rohner, Leiterin des Forum Würth Rorschach, «… dass so viele Besucher zu uns kommen und mit uns gemeinsam das Jubiläum feiern, freut uns ausserordentlich. Wir haben uns im Vorfeld sehr über die vielen Anmeldungen der Teams gefreut, sind es dieses Jahr mehr als im letzten Jahr. Das zeigt uns, dass das Schneeskulpturen-Festival in Rorschach angekommen ist und Besucher wie Teilnehmer gerne bei diesem Event dabei sind.»
Zehn Teams zeigten, was sie können und sägten, klopften, formten und spielten mit dem Schnee. Das Motto «Die Sprache des Körpers» wurde von allen Teams anders interpretiert und so waren am Schluss die Affen los, Hand und Herz spielten zusammen und die künstliche Intelligenz durfte nicht fehlen, das Herz wurde erwärmt und der Start der endlichen Unendlichkeit traf auf die Freundschaft.
Alle Skulpturen sind seit dem 12. Januar 2020 im Skulpturengarten des Forum Würth Rorschach – so lange das Wetter will – kostenfrei zu bestaunen.

Ein spezielles Erlebnis zum 5. Jubiläum war der Eisskulpturen-Künstler Reto Grond, dem die Besucher vor Ort zusehen konnten, wie er dem Eis Leben einhaucht. Reto Grond hat aus einzelnen Eisblöcken wundervolle Skulpturen geschaffen, deren Entstehung mit Säge, Feile und anderem Werkzeug ein absolutes Highlight war. Anfangs liess sich kaum erahnen, welcher Gedanke der Künstler bei seiner Arbeit hatte und gerade bei der Entstehung Schritt für Schritt dabei zu sein, war für die Besucher besonders interessant. Entstanden sind drei wundervolle Skulpturen passend zum Motto des Festivals. «Mit der bereits 5. Durchführung beging das Schneeskulpturen-Festival im Skulpturengarten des Forum Würth ein kleines Jubiläum. Die Witterung war dem Anlass gut gesinnt, welcher bereits einen fixen Platz im Rorschacher Veranstaltungskalender hat und als winterliche Ergänzung zum sommerlichen Sandskulpturenfestival das etwas ruhigere Winterhalbjahr saisongerecht belebt» sagte Beat Brunner von Sculptura.
Für diesen Anlass haben die Organisatoren 10 Schneeblöcke mit je 3einhalb Kubikmeter Schnee aufgebaut. Der Schnee als solches ist ein Nebenprodukt, das bei der Eisreinigung anfällt – der Schnee in Rorschach stammt aus den Kunsteisbahnen Romanshorn und Lerchenfeld in St. Gallen. Die 10 Teams stammten dieses Jahr aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Der Anlass ist alltags- und publikumsnah ausgerichtet. Gedacht ist es, dass beim Schneeskulpturen-Festival nicht nur Profis, sondern vor allem Familien mit Kindern, Teams aus Arbeitskollegen oder reine Frauen-Power-Gruppen sich an die Herausforderung ein vergängliches Kunstwerk zu schaffen. Die gut 50 teilnehmenden Personen machten sich mit Fuchsschwanzsägen, Kleinspaten, Schaufeln, Spachteln und Lanzetten an die herausfordernde Arbeit das Motto sicht- und erlebbar zu machen.

Nach rund dreieinhalb Stunden Bauzeit machte die Jury – bestehend aus Beat Brunner (Sculptura), Urs Koller (Sandskulpturen Festival Rorschach), Reto Grond (Eisbildhauer) und Barbara Rohner (Forum Würth Rorschach) – einen spannenden Rundgang mit allen Teams und Zuschauern, bei dem jedes Team die eigene Skulptur in ein paar Worten vorstellte.
Während der kurzen Beratungszeit der Jury und über die ganze Veranstaltungsdauer, hatten alle Zuschauer die Möglichkeit ihren persönlichen Favoriten als Publikumspreis zu wählen. Um 15.30 Uhr war es dann soweit und Beat Brunner verkündigte die Gewinner: Die erstplatzierte Arbeit «Die Affen sind los» um das Team «Ice Ice Babies» will auf die Zivilcourage und das bewusste Hinsehen und Hinhören aufmerksam machen und gewann gleichzeitig auch den Publikumspreis.

«Die Kombination zwischen Groben und Starken mit dem Feinen, sind es, was wir zeigen wollten. Anfangs waren wir sehr nervös, weil wir alle anderen Teams mit ihren Skizzen und Vorbereitungen gesehen haben und wir uns mehr spontan in dieses Abenteuer stürzten, hatte doch von uns noch nie jemand an so einer Veranstaltung teilgenommen. Auch das Thema, das wir umsetzen wollten, wurde kurzfristig entschieden. Alles in allem war es eine super Erfahrung mit viel Spass. Wir hätten nie damit gerechnet, dass wir gewinnen werden – schon gar nicht in zwei Kategorien. Dafür bedanken wir uns vor allem beim Publikum sehr», sagte Anne Kohl aus dem Team der Gewinner.

Das zweitplatzierte Team «Mammies» zeigte, dass Herz und Hand immer miteinander Hand in Hand gehen sollen. Das Team wollte vor allem das uns alle betreffende Thema «Peace» aufgreifen und zum Nachdenken anregen. Die Fachjury entschied sich beim dritten Platz für die Skulptur «Schwur – sure». Diese Arbeit zeigt grosse starke Hände, die gemeinsam einen Schwur ablegen und wurde vom Team «Schuflinger» erdacht und erschaffen, die bereits ein Stammteam beim alljährlichen Schneekskulpturen-Festival sind.

Auch kleine Künstler experimentierten ganz gross: Während der Veranstaltung konnten sich Kinder an kleinen Schneewürfeln austoben und eigene kleine Kunstwerke entstehen lassen.
Mit Punsch, Glühwein, Morroni oder Bratwurst hielten sich Besucher, Teilnehmer und Mitarbeiter während des Anlasses warm. Wem dies nicht ausreichte, machte einen Rundgang durch das Museum, verweilte im Kunstshop oder gönnte sich eine Kleinigkeit im KunstCafé.

Das 5. Schneeskulpturen-Festival 2020 war für Besucher, Teilnehmer und Organisatoren ein grosser Erfolg und mit Vorfreude schaut man bereits auf 2021, wenn das nächste Schneeskulpturen-Festival stattfindet und viele Teams ihre kreativen Gedanken in Form von Schneeskulpturen zeigen. (Text/Bilder: pd würth)