„Die Betroffenen haben nichts zu sagen“

Die Diskussion um pro und kontra betreffend dem geplanten Autobahnanschluss läuft bereits auf Hochtouren. Das Rorschacher Echo hat auch noch eine Mitteilung mit einem etwas anderen Blickwinkel auf die ganze Problematik erhalten. Nachstehend das Schreiben in seinem Wortlaut:

„Die hitzige Debatte rund um den Autobahnanschluss ist in vollem Gang. Am 17. September wurde im Würth Saal an einer „Info Veranstaltung“ über das Bauvorhaben berichtet. Auf dem Podium sitzen sieben alte Männer, im Saal beträgt das Durchschnittsalter schätzungsweise 50. Was auffällt: die 15-30-jährigen – die Hauptbetroffenen vom Bau der neuen Zubringerstrasse – sind nicht anwesend.

Das Projekt scheint fertig beschlossen, geplant und kurz vor Baubeginn. Beinahe gottesgegeben wirkt es, eine Selbstverständlichkeit, dass unsere Anliegen, die der Jungen, nicht im Zentrum stehen. Bei der Diskussion wird über Kosten und Fördermittel diskutiert, aber nicht über die langfristigen Auswirkungen. Wir, die Generation welche die Folgen des Klimawandels und der Verbauung von Grünflächen tragen muss, werden weder bedacht, noch gefragt.

Kurzsichtige Verkehrsmassnahmen sollten Nebensache sein, worüber eigentlich gesprochen werden sollte:

Verursacht der Bau dieser neuen Strasse mehr oder weniger klimaerwärmendes CO2?

Wie können möglichst viele Grünflächen für die Zukunft erhalten bleiben?

Welche Verkehrsstrategie liegt im Interesse der kommenden Generationen?

Notwendig wäre, dem Nachwuchs eine Stimme zu geben. Beispielsweise durch ein Podium oder eine Umfrage bei Jungen, die in der Zeitung abgedruckt wird. Durch vereinfachte Darstellung des Vorhabens könnten auch mehr Jugendliche erreicht und in die Planung miteinbezogen werden. Warum passiert da nichts?

Für uns zeichnet sich neben der Diskussion um eine neue Strasse ein viel grösseres Problem unserer Gesellschaft und Diskussionskultur ab. Diejenigen, die entscheiden sind nicht diejenigen, die die Konsequenzen tragen. Das muss sich ändern.“

Unterzeichnet von Karan Haag, Rorschach; Gian Dimitri Bleichenbacher, Rorschacherberg; John Dornbierer, Rorschacherberg; Anna Viola Bleichenbacher, Rorschacherberg und Lukas Locher, Rorschach.

Illustration der 5 Schreibenden, die dem Leserbrief beigelegt war.




2 Kommentare zu "„Die Betroffenen haben nichts zu sagen“"

  1. Die Unterzeichnenden haben recht!
    Was mich bei den Autobahndiskussionen in der Ostschweiz ganz allgemein stört (gilt auch für die Engpassbeseitigung in der Stadt St.Gallen) ist, dass der Kanton St.Gallen fleissig die Werbetrommel rührt und dem ASTRA, deren Direktor ein vehementer Verfechter von mehr Strassen ist, in den Allerwertesten kriecht. Schon die Präsentation der Idee für die Stadt St.Gallen verkam zu einer „Altherrenveranstaltung“, all jener, die mit dem Statussymbol Auto aufgewachsen sind.
    Es wird Zeit, dieser Generation aufzuzeigen, dass diese Zeiten vorbei sein müssen!

  2. Keine intelligente Aussage von den Jungen SP-Herren (auf dem Podium sassen 7 alte Herren)
    Schliesslich war es diese Generation die unseren Jungen ein schönes Leben vorbereitet hat!

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