Der Stapi nimmt Stellung zum Stadthof-Wirrwar

Stadtpräsident Thomas Müller hat dem Rorschacher Echo noch seine Stellungnahme zur aktuellen Situation rund um das Restaurant Stadthof zukommen lassen. Die Stadt ist Eigentümerin der Liegenschaft und er beschreibt nachstehend Möglichkeiten des weiteren Vorgehens – und nimmt auch klar Stellung.

„Ich hatte mit Sandro am letzten Samstagvormittag (3. März) im Rathaus ein Gespräch geführt. Am Abend erhielt ich die Mail, dass er den Stadthof nicht weiterführen will, weil der Betriebsverlust 2017 im Stadthof und im Pavillon am See zu gross gewesen sei.

Vorgestern Dienstag (6. März) habe ich den Stadtrat an der Sitzung informiert. Im Sinne von Sofortmassnahmen müssen wir den Betrieb des Pavillons im Seepark für die Saison 2018 sicherstellen und die Reservationen des Stadtsaals bearbeiten. Beides wird kurzfristig zu schaffen sein. Eigenartig ist, dass Sandro noch vor 3 Wochen im Tagblatt ein neues Konzept mit italienischer Küche angekündigt hatte und jetzt aufhören will. Beide Male war die öffentliche Kommunikation nicht abgesprochen! Unter diesen Umständen bin ich froh, dass in diesem Theater endlich der Vorhang gezogen wird.

Nach Sandros Auszug wird das Restaurant Stadthof bis auf Weiteres geschlossen bleiben. Es ist seit 20 Jahren keine Erfolgsgeschichte mehr. Das Festhalten der Gastwirte am Betrieb mit Punkten in Gastroführern hat vermutlich mehr Gäste abgehalten als angelockt. Eine Wiedereröffnung des Restaurants macht nur Sinn, wenn wir einen Pächter finden, der ein Betriebskonzept mit wirtschaftlicher Erfolgsaussicht vorlegt. Weil das Restaurant im Hof liegt und von der Strasse her auf den ersten Blick nicht erkennbar ist, kann nicht auf Laufkundschaft abgestellt werden. Der Wirt muss betriebliche Alleinstellungsmerkmale entwickeln, damit Gäste ausgerechnet zu ihm kommen wollen.

Im Weiteren ist der Stadtrat daran, den Stadtsaal technisch so abzutrennen, dass er ohne Restaurant betrieben werden kann. Die Organisation und Nutzung sind noch festzulegen. Das wird sicher einige Wochen Zeit brauchen. Es geht u.a. um die Frage, ob und zu welchen Bedingungen wir den Saal Vereinen zur Verfügung stellen können, die bei ihren Anlässen selbst wirten wollen; dabei ist auch zu klären, wie gross der Aufwand für die Saalbereitstellung ist (Stuhlung, Bühnentechnik, Geschirr, Reinigung, Heizung/Lüftung etc.) und wie die Kosten dafür in Rechnung gestellt werden können. Wir werden aber auch Gespräche mit leistungsfähigen Catering-Unternehmen führen, die in der Lage sind, mehrere 100 Gäste im Stadtsaal zu bewirten.“

„Im Sinne von Sofortmassnahmen müssen wir den Betrieb des Pavillons im Seepark für die Saison 2018 sicherstellen“. Da darf man gespannt sein, wer demnächst als Gastgeber im Pavillon auftritt.