Badhütte als Objekt in einer spannenden Masterarbeit

Noemi Koch studiert an der ETH in Zürich Architektur und hat sich unsere Badhütte als Objekt für ihre Masterarbeit genommen. Dabei herausgekommen ist ein spannendes Gedankenkonstrukt, welches neue Denkmodelle ermöglichen könnte. Die Studentin schreibt: „Meine Masterarbeit beschäftigte sich mit einer möglichen Zukunft der abgebrannten Badhütte in Rorschach. Ich habe untersucht, welche Alternativen es zu einer originalgetreuen Rekonstruktion geben könnte und wie der Ort auf heutige Bedürfnisse reagieren kann. Ausgangspunkt waren Gespräche und Zeichnungen von Bewohnerinnen und Bewohnern, die ihre Erinnerungen an die Badhütte mit mir teilten. Gleichzeitig habe ich Badeanlagen in der ganzen Schweiz untersucht und festgestellt, dass sich Badekultur, Nutzungsansprüche und politische Rahmenbedingungen stark verändert haben. Viele See- und Flussbäder in der Schweiz sind heute auf staatliche Unterstützung angewiesen, da ihre bestehenden Raumprogramme teilweise nicht mehr dem aktuellen Nutzungsverhalten entsprechen, etwa durch grosse, wenig genutzte Garderobenbereiche. Heute braucht es vielseitigere Angebote, damit Badeanstalten wieder attraktiver und wirtschaftlich tragfähiger werden. Neue Anlagen sind jedoch oft langwierig in der Planung und die Finanzierung gestaltet sich schwierig. Deshalb entwickelte ich eine Zwischenlösung aus flossartigen Modulen, basierend auf einem neu formulierten Raumprogramm mit erweiterten Nutzungsmöglichkeiten. Gleichzeitig versuchte ich, Erinnerungen der Bevölkerung wieder aufzunehmen, von Sonnendecks über einen Sprungturm bis hin zu Nistkästen für Enten. Die schwimmende Holzstruktur, stehend auf Aluminium-Pontoons, wird um die bestehenden Fundamente angeordnet und an Bojen befestigt, die über die Fundamente gestülpt werden und sich mit dem schwankenden Wasserpegel mitbewegen. So könnte sie lange Planungsphasen oder die Suche nach zusätzlichen finanziellen Mitteln überbrücken, unabhängig davon, ob später eine Rekonstruktion oder ein Neubau folgt. Anschliessend liessen sich die einzelnen Flosse neu anordnen und entlang der Rorschacher Promenade einsetzen, um zusätzliche Zugänge zum See zu schaffen.

Selbstverständlich kann ich den Entscheid nachvollziehen, die Badhütte originalgetreu wieder aufzubauen, insbesondere aufgrund ihres hohen emotionalen Werts und der sonst verlorengehenden Konzession. Dennoch denke ich, dass gerade im Hinblick auf die veränderte Badekultur auch andere Lösungen ihren Wert haben könnten.“

Der Link zur Masterarbeit von Noemi Koch gibt’s hier.

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