Ernst Locher für 40 Jahre Raiffeisen gefeiert

Am letzten Donnerstag war für Ernst Locher, seines Zeichens Bankleiter der Raiffeisenbank der Region Rorschach, ein ganz besonderer Tag. Am 1. Mai 1985 hat er seinen Dienst bei dieser Bank angetreten und durfte sich deshalb im Kreise seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter feiern lassen. Nachstehend ein Interview mit ihm, welches die vier Jahrzehnte kurz Revue passieren lässt. Red und Antwort gestanden ist Ernst Locher seiner Mitarbeiterin Yvonne Schmidhauser.

Ernst Locher, Sie feierten am 1. Mai 2025 Ihr 40-jähriges Raiffeisen-Jubiläum. Was waren die prägendsten Momente Ihrer Karriere?
Mein Entscheid für eine Banklehre bei der Raiffeisenbank Rorschacherberg im Jahr 1985 war eine Notlösung. Mein Wunschberuf «Maurer» konnte ich wegen einer Zementstauballergie nicht umsetzen. In meinem Denken und Handeln hat mich mein Lehrmeister Walter Trochsler sehr geprägt. Sein Motto: «Der Mensch im Mittelpunkt und nicht der Mensch als Mittel, Punkt.» begleitet mich bis heute.

Wie sind Sie ursprünglich zur Raiffeisenbank gekommen und was hat Sie dazu bewogen, Ihre Karriere hier zu starten?
Ich hatte die Wahl zwischen einer Verwaltungslehre bei der Gemeinde Rorschacherberg oder der Raiffeisenbank Rorschacherberg. Es war ein reiner Zufallsentscheid; Kopf oder Zahl. Schnupperlehren gab es zu dieser Zeit noch nicht.

Welche Meilensteine haben Sie in den letzten vier Jahrzehnten besonders stolz gemacht?
Die Entwicklung von Raiffeisen zu einem Bankdienstleister in allen Lebenslagen. Die breite Produktpalette für Firmen- und Privatkunden war 1985 undenkbar und mit 3 Mitarbeitenden auch nicht umsetzbar.

Die Raiffeisenbank Region Rorschach hat sich durch verschiedene Fusionen stark verändert. Wie haben diese Fusionen die Bank und Ihre Arbeit beeinflusst?
Unsere Raiffeisenbank bestand vor 40 Jahren aus 6 selbständigen Raiffeisen-Genossenschaften; Tübach-Horn, Goldach, Untereggen, Rorschacherberg, Staad und Thal. Dabei durfte ich die letzte Fusion zwischen den Raiffeisenbanken Rorschacherberg-Thal und Goldach begleiten. Die Bank ist heute mit 46 Mitarbeitenden, davon 6 Lernende, ein bedeutender Arbeitgeber in der Region. Trotzdem sind wir eine Gross-Familie geblieben und arbeiten bereichsübergreifend eng zusammen. Personalführung hat heute einen grösseren Stellenwert als früher. Dank unserer schlanken Strukturen, den kurzen Dienstwegen und dem tollen Team können wir rasch auf Veränderungen reagieren.

Gibt es ein besonderes Erlebnis oder eine Wendung während Ihrer Zeit bei Raiffeisen, die Sie nie vergessen werden?
Da gibt es viele, die grösste Wendung war die Ablösung der Handbuchhaltung auf EDV und das Briefeschreiben auf der Schreibmaschine (IBM-Kugelkopf) auf neu mit Microsoft-Word. Zudem habe ich mir in den ersten Jahren die Finger am Telefon wundgewählt.

Gab es eine Begegnung in Ihrer Laufbahn, die Sie besonders geprägt hat und Ihre Sichtweise verändert hat?
Nach Abschluss der Lehre bei der Raiffeisenbank Rorschacherberg ging meine Reise weiter zu den Raiffeisenbanken Mörschwil, Berg-Freidorf, Steinach und retour via Goldach zur Raiffeisenbank Region Rorschach, also zum Ursprung meiner Banklaufbahn. Jede Bank hat mich auf die eine oder andere Art geprägt und erfüllt. Die speziellste Begegnung hatte ich bei der Raiffeisenbank Goldach im Jahr 1989, wo ich meine heutige Ehefrau Eveline kennenlernte.

Welche Visionen haben Sie für die Zukunft der Raiffeisenbank Region Rorschach?
Meine Vision – übrigens seit der Jahrtausendwende – ist die «Raiffeisenbank am oberen Bodensee» von Romanshorn bis Altenrhein. Das Erfolgsrezept der Kundennähe und regionalen Verankerung bleibt dabei erhalten. Lediglich eine Frage der Organisation und des Wollens.

Was sind die nächsten grossen Meilensteine, die Sie für die Bank sehen?
Im September dieses Jahres, so quasi zu meinem Firmenjubiläum, schliessen wir für rund 2 Jahre die Raiffeisen-Geschäftsstelle an der Blumenstrasse 30/32 und starten den Neubau einer Bankliegenschaft im Erdgeschoss mit 30 Mietwohnungen in den Obergeschossen. Als Provisorium haben wir in unmittelbarer Nähe an der Blumenstrasse 5 die passende Gewerbefläche gefunden.

Wie schaffen Sie es, einen Ausgleich zwischen Ihrer anspruchsvollen Arbeit und Ihrer Freizeit zu finden?
Mein ursprünglicher Traumberuf im Bauhandwerk begleitet mich in meinem Hobby; der Jagd. Die Arbeit in der Hege und Pflege des Jagdreviers ist mit vielfältigen baulichen Aktivitäten verbunden. Zudem ist ein Pirschgang in den Bergen eine sehr gute Alternative zum Fitness-Center. Ruhe und Erholung geniesse ich ebenso beim Fischen auf dem Bodensee und in unserem Generationenhaus am Ruheberg in Tübach.

Nun wird es etwas persönlicher: Gibt es etwas über Sie, das die meisten Menschen überraschen würde? Eine besondere Leidenschaft oder ein ungewöhnliches Hobby?
Bevor mich die Passion zum Fischen und Jagen packte, spielte ich leidenschaftlich Es-Alto-Saxophon in diversen Formationen und Vereinen. Wer weiss, vielleicht gibt’s ein Revival…

Würden Sie sich wieder für eine Laufbahn bei Raiffeisen entscheiden? Warum?
Wenn Bank, dann Raiffeisen. So noch heute meine Devise, was ich übrigens jedem potenziellen Lernenden empfehle. Die Raiffeisen-Talentschmiede bietet unseren Jugendlichen eine Lernumgebung mit der persönlichen Note, nah am Lebensmittelpunkt und bietet nach der Lehre massgeschneiderte Entwicklungsmöglichkeiten. Zudem engagiert sich Raiffeisen bei Vereinen und Verbänden für eine attraktive Region am oberen Bodensee.

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