Eine ehrenvolle Wahl für „Velo Meier“ Walter Meier

Seit wenigen Augenblicken darf sich Walter Meier, der ehemalige Inhaber von Velo-Meier in Rorschach, für ein Jahr als «Unternehmer des Jahres» bezeichnen. Er hat heute Abend auf dem Kabisplatz vom Gewerbeverein Rorschach den «Goldenen Anker» überreicht bekommen. Der Gewerbeverein zeichnet ihn damit für sein berufliches und gesellschaftliches Engagement sowie für die gelungene Nachfolgeregelung aus.

Walter Meier jun. war 1969, nach seiner Lehre als Mechaniker Flugzeugbau bei der FFA, in den elterlichen Betrieb eingestiegen und hatte 1974 die Meisterprüfung zum Fahrrad- und Motorradmechaniker absolviert. Den Betrieb übernahm er 1988. Ende 2016, nach 47 Jahren, übergab er sein Geschäft an Christoph und Jannine Schär, die es seit 2017 unter dem Namen Zweirad Meier GmbH weiterführen.

Traditionsunternehmen in Rorschach

Vor ziemlich genau 80 Jahren, im Mai 1938, hatte Walter Meier sen., ein Amateur-Velorennfahrer, sein Fahrradgeschäft mit Rennartikeln in Rorschach gegründet. Das Geschäft florierte, so dass er sich gezwungen sah, nach zwei Jahren grössere Räumlichkeiten zu suchen, die er an der St. Gallerstrasse 15 (heutige Spenglerei Mayer) fand. Nach weiteren vier Jahren wurde die Liegenschaft an der Löwenstrasse 35 gekauft. Im Jubiläumsjahr 1963 (25 Jahre Velo Meier) wurden neue Räumlichkeiten mit moderner Werkstatt und einem Ladengeschäft eingerichtet, die bis zum Schluss die gleichen geblieben waren.

Gelungene Nachfolgeregelung

Christoph Schär hatte bei ihm die Lehre zum Velo- und Kleinmotorrad-Mechaniker absolviert und nach der Ausbildung anderthalb Jahre im Betrieb gearbeitet. Dann kam Christoph Schär auf Walter Meier zu und fragte ihn, ob das Geschäft in nächster Zeit zu haben sei. «Ich musste nicht lange nachdenken und habe ihm dieses zugesichert», sagte Walter Meier, der damals 67-jährig war. Die Regelung seiner Nachfolge wurde darauf sorgfältig vorbereitet. Bereits am August 2016 begann bei «Velo Meier» ein Totalausverkauf, der bis Anfang Dezember dauerte. Im Dezember wurde dann geputzt und umgebaut, damit Christoph und Jannine Schär im Januar 2017 neu beginnen konnten.

Walter Meier hat sein Geschäft Ende 2016 an Christoph Schär übergeben.

Seither wirkt Walter Meier in seiner Werkstatt und seinem Lager an der Kamorstrasse weiter als Mechaniker. «Ohne natürlich meinem Nachfolger eine Konkurrenz zu sein», wie er betont. Er repariere dort alte Töffli und Oldtimer. «Ganz ohne kann ich eben doch nicht.»

Arbeit fürs Quartier

Engagiert hat sich Walter Meier stets auch für die Wohnquartiere rund um die Löwenstrasse. Multikulturelles Zusammenleben ist hier inzwischen nicht nur ein Schlagwort, es findet Tag für Tag statt. Gefördert wurde dies im Rahmen des sogenannten «Projet urbain». Bund, Kanton St. Gallen und Rorschach haben zusammen mit den Menschen vom Löwen-Quartier dieses Projekt auf die Beine gestellt. Mit dem Resultat, dass Rorschach mitten in der Stadt Begegnungsplätze und Spielflächen bekommen hat. Im Juni 2016 wurde im Quartier gefeiert, als OK-Präsident wirkte Walter Meier mit. Anlass dazu war die Vernissage des «Löwenbuchs». Dieses blickt auf 32 bunten Seiten zurück auf die Jahre der Quartier-Entwicklung, von 2010 bis 2015. Gewürdigt wurde damit die Zusammenarbeit von zahlreichen freiwilligen Engagierten und den verschiedenen Zuständigen der Stadt. Besonders eindrücklich sei, wie viel Leute aus dem Quartier sich von Beginn an für das Projekt eingesetzt hätten, wurde damals betont. Damit das Quartier weiterhin lebendig bleibt, gründete Walter Meier im August 2016 den Verein Löwenquartier mit 30 Mitgliedern. Dieser organisiert zweimal im Jahr einen Flohmarkt, ein Streetsoccer-Turnier mit Fest, Männertreff und Quartierkaffee. So sollen das Quartierleben und der Quartiertreff erhalten bleiben und ein Mittelpunkt im Zusammenleben sein. (pd)

Bilder von der Preisverleihung findet man morgen hier auf dem Rorschacher Echo. Das dürfte dann aber erst so gegen 10 Uhr der Fall sein …