Einen realen Einblick in die Arbeitswelt bekommen

Für die SchülerInnen der 2. Oberstufe beginnt eine wichtige Lebensphase: die Berufswahl. Plötzlich stehen sie vor einer grossen Entscheidung – die riesige Auswahl an Lehrberufen macht sie ihnen nicht einfacher. Das weiss der Verein Triebwerk und unterstützt sie dabei. Erstmals in Rorschach und Rorschacherberg: gestern und heute mit Berufsbesichtigungen. Das Rorschacher Echo war gestern in der Permapack AG Rorschach mit dabei.

Marina Kuratli als Ausbildungsverantwortliche für Kaufleute in der Permapack gibt den interessierten SchülerInnen einen ersten Überblick über das Lehrangebot.

Lehrbetriebe haben es nicht immer leicht, passende Lernende zu finden. Die Gründe sind vielfältig. Zum einen liegt es am Reiz der weiterführenden Schulen. Auch Eltern und Freunde haben einen starken Einfluss. Zum anderen ist es mangelhaftes Wissen über die Vielzahl an Lehrberufen oder der fehlende Einblick in die Praxis. Genau hier setzt der Verein Triebwerk an. Er engagiert sich für die Berufsbildung von Jugendlichen und sorgt für ein praxisbezogenes Angebot. So zum Beispiel mit den Berufsbesichtigungen, die sich in St.Gallen seit vielen Jahren bewährt haben und gestern und heute nun auch für die 2. Oberstufen SchülerInnen von Rorschach und Rorschacherberg durchgeführt werden.

Florian (links) als Lehrling gibt Luis einen Einblick in das ganze Ausbildungsangebot.

Berufsbildner und Schüler profitieren

Die Jugendlichen konnten aus rund 70 Berufen je zwei auswählen, die sie besichtigen möchten. Angemeldet haben sich 282 Schülerinnen und Schüler aus den Schulhäusern Burghalde und Kreuzacker in Rorschach sowie der Oberstufe Steig in Rorschacherberg. Total werden nun 38 verschiedene Berufe in 48 teilnehmenden Firmen besichtigt. Darunter auch allseits beliebte Berufe wie Zeichner/in, Informatiker/in, Fachmann/-frau Kinderbetreuung oder Bäcker/in. Sowohl für die Lehrbetriebe als auch für die SchülerInnen sind die Berufsbesichtigungen eine Win-Win-Situation: Die Firmen können sich präsentieren und Werbung für ihren Betrieb machen, gleichzeitig potenzielle Lernende kennenlernen. Für SchülerInnen ist es die ideale Gelegenheit, einen ersten realen Einblick in die Arbeitswelt zu bekommen, noch bevor sie schnuppern gehen. Sie können die Berufsbildner mit Fragen löchern und oft sogar mitarbeiten. Danach können sie besser beurteilen, ob sie der Beruf interessiert.

Lehrpersonen schätzen das Angebot

Die Berufsbesichtigungen finden an zwei Vormittagen im November statt. Organisiert vom Verein Triebwerk, in Zusammenarbeit mit den drei oben genannten Schulhäusern. «Auch wenn es viel Vorbereitung bedeutet, rund 560 Berufsbesichtigungen durchzuführen: der Aufwand lohnt sich. Denn nicht nur die Lehrpersonen schätzen dieses Angebot, auch die Berufsbildner setzen sich gerne dafür ein, den Jugendlichen den Lehrberuf schmackhaft zu machen», sagt Priska Ziegler, die Geschäftsführerin des Vereins Triebwerk. (pd)