Coole Wahl: „Goldener Anker“ für Reto Labhart

Ab heute darf sich Reto Labhart von der «münzhofbar.ch» in Rorschach für ein Jahr als «Unternehmer des Jahres» bezeichnen. Denn dann wird er vom Gewerbeverein Rorschach den «Goldenen Anker» überreicht bekommen. Der Gewerbeverein zeichnet damit sein Engagement zur Belebung der Innenstadt durch kulturelle Veranstaltungen aus. Seit 2010 organisiert Reto Labhart, als Pächter der «münzhofbar.ch» in Rorschach Konzerte vor seiner Bar auf der Ankerstrasse. Von Mai bis September sind es in diesem Jahr neun Konzerte. Seit Beginn nutzten über 50 Bands die Möglichkeit, vor der «Münzhofbar» aufzutreten. Die Leute strömen aus Rorschach, Rorschacherberg und Goldach und auch weiteren Orten herbei. Bei schönem Wetter sind dann die 140 Sitzplätze mit der Festbestuhlung belegt, sowie sehr viele stehende Gäste anwesend. Es ist jeweils der Donnerstagabend, an dem die Events durchgeführt werden. «Am Donnerstag machen uns die Grossanlässe keine Konkurrenz», sagt Reto Labhart.

Sozusagen als Ergänzung zum ordentlichen Barbetrieb und den outdoor Konzerten organisiert Reto Labhart in den Wintermonaten indoor Konzerte mit maximal drei Musikern und jeden Samstag eine Karaoke-Party. Diese habe er vor über acht Jahren eingeführt, und das habe «eingeschlagen wie eine Bombe». Inzwischen bietet er die Möglichkeit für Karaoke ständig an, je nach Wunsch und Bedarf. Einmal im Monat gibt’s in der «münzhofbar.ch» eine «Afterwork-Party», wo das Essen von ihm offeriert wird. Auch dies erfreute sich von Anfang an grosser Beliebtheit, betont Reto Labhart. Weiter gibt es bei ihm sogenannte Themenabende: Walliser-Abend, Appenzeller-Abend, Ossi-Abend (mit Trabi), Firmenwerbe-Abende, Erlebnis-Fondue und so weiter. Inzwischen sei seine «münzhofbar.ch» in Rorschach sehr gut etabliert. Und es habe ihn ausserordentlich gefreut, dass er auch schon Stapi Thomas Müller als Guestbarkeeper habe engagieren können, aber auch ex Goali Jörg Stiel oder den Fussballprofi Tranquillo Barnetta.

Reto Labhart wird im Oktober dieses Jahres 60-jährig. Seine Bar ist sechs Tage der Woche geöffnet, in den Wintermonaten sieben Tage, jeweils ab 17 Uhr, bis morgens um 2 Uhr, am Wochenende bis 3 Uhr. Nein, sagt er, er sei natürlich nicht mehr die ganze Zeit anwesend, das wären zu viele Präsenzstunden für sein Alter. Er unterstützt seine Mitarbeiterinnen «als Handlanger». Dass es ihn braucht wird schon aus den Gästezahlen klar: pro Tag sind es rund 100. Darunter sind sehr viele Stammgäste. Jeder habe mit jedem Kontakt, was ja der Vorteil einer Bar sei. Und: «Wir sind wie eine grosse Familie». Dazu gehört auch, dass man zueinander schaut. Wenn mal jemand zu viel getrunken hat, wird ein Taxi bestellt. Reto Labhart: «Meine Bar ist ein guter Bereiter-Taxi-Kunde, so eine Hand voll Mal pro Abend, sind es schon». Eigentlich habe er schon immer von einer eigenen Bar geträumt, sagt Reto Labhart. Er habe während 30 Jahren im Aussendienst gearbeitet und eine Zeit lang viele Gastronomiekunden betreut. Da habe er gesehen, was er anders machen würde. 2007 wurde er angefragt, die «münzhofbar.ch» zu übernehmen. Zusammen mit seiner damaligen Freundin habe er sofort zugesagt. 2009 gab er seinen Beruf auf und übernahm die Bar alleine. Im gleichen Jahr wurde die Ankerstrasse umgebaut, und damit ergab sich die Möglichkeit des Betriebs einer Gartenbeiz. Inzwischen arbeitet auch seine Tochter Myriam in der Bar mit, sozusagen eine Möglichkeit für die Nachfolgeregelung. Aber zunächst geht es für ihn nun mit vollem Elan in die Sommersaison, bevor er dann am 31. Dezember ab 12 Uhr mittags den Jahresausklangs-Apéro offeriert. Etwas, was inzwischen auch Tradition geworden ist in Rorschach. (PD GVR)

Das hat Reto Labhart nun wirklich verdient. Mit seinem Engagement für Livemusik mitten in der Stadt trägt er wesentlich dazu bei, dass sich in Rorschach etwas bewegt. Am kommenden Donnerstag, 15. Juni, steht sein nächster Event im Rahmen von „Musig am Marktplatz“ an. Mehr zur Preisverleihung dann morgen hier auf dem Rorschacher Echo.