Nach intensiven Studienjahren stand in Rorschach das Feiern im Mittelpunkt: 26 Absolvent:innen des Masterstudiengangs Sonderpädagogik mit Vertiefung Schulische Heilpädagogik erhielten ihre Diplome. Festredner war Prof. Dr. Erwin Beck, der als ehemaliger PHSG-Rektor die Entstehung des Masterstudiengangs mitprägte.
Es war ein besonderer Moment für die 26 Absolvent:innen des Masterstudiengangs Sonderpädagogik mit Vertiefung Schulische Heilpädagogik: Nach zweieinhalb bis dreieinhalb Jahren anspruchsvollem Studium durften sie am Mittwoch, 1. April 2026, im Hochschulgebäude Stella Maris in Rorschach ihre Diplome entgegennehmen. «Sie haben Grosses geleistet und das soll gebührend gefeiert werden», sagte Prof. Dr. Bea Zumwald, Co-Studienleiterin Master Schulische Heilpädagogik an der PHSG, und würdigte das Engagement und die Ausdauer der Diplomand:innen. «Ein Studium bringt vieles in Bewegung. Es verändert den Blick auf die Schule, das Lernen und sich selbst.» Vertrautes werde hinterfragt, Neues ausprobiert. In der Schulischen Heilpädagogik sei diese Haltung zentral, sagte sie und ermutigte die Absolvent:innen, weiterhin genau hinzuschauen und Entwicklungen zu ermöglichen. Prof. Dr. Nicolas Robin, Prorektor Ausbildung der PHSG, betonte, dass Inklusion mehr bedeute als Integration. «Sie anerkennt Vielfalt als Stärke.» Er forderte die Diplomand:innen auf, mit Zuversicht hinauszugehen und etwas zu bewegen – für Kinder, Familien und eine Gesellschaft, die niemanden zurücklasse. «Sie verfügen nun über das Wissen, die Haltung und die Werkzeuge, um Bildung auch unter erschwerten Bedingungen aktiv zu gestalten.»
Kooperation als Bereicherung
Der Masterstudiengang Sonderpädagogik mit Vertiefung Schulische Heilpädagogik wird seit elf Jahren in Kooperation der PHSG mit der Interkantonalen Hochschule für Heilpädagogik Zürich (HfH) angeboten. Diese Zusammenarbeit ist eine grosse Bereicherung für beide Hochschulen. Um den Absolvent:innen persönlich zu gratulieren, reisten auch Irene Gehrig, Studiengangsleiterin an der HfH, und Prof. Dr. Carlo Wolfisberg, Leiter Institut Behinderung und Partizipation der HfH, an. «Nach intensiven Studienphasen, die auch mit viel Stress verbunden waren, hoffe ich, dass Sie den heutigen Abend entspannt geniessen können», sagte Irene Gehrig, und Carlo Wolfisberg ergänzte, dass es ihn immer wieder freue, wenn Masterstudierende den oft beschwerlichen berufsbegleitenden Weg erfolgreich abschliessen. «Das Studium ist mit grossem Aufwand, viel Schweiss und unzähligen Lernstunden verbunden, umso mehr gilt es, diese Leistung zu würdigen.»
Wieder mehr Stimmen für die Kinder
Die Festrede hielt Prof. Dr. Erwin Beck. Der ehemalige Rektor der PHSG war massgeblich an der Entstehung des dezentralen Masterangebots der Schulischen Heilpädagogik und der Kooperation mit der HfH beteiligt. Er sei aber nicht gekommen, um Ratschläge zu erteilen, sagte Beck zu Beginn. Seine Rede sei vielmehr als Anregung gedacht. Er spannte den Bogen von der Politik und Öffentlichkeit über das Arbeitsfeld der Schulischen Heilpädagog:innen bis hin zu ihrer Rolle. Kinder mit besonderem Förderbedarf hätten kaum eine Lobby. Umso wichtiger seien Fachpersonen, die ihre Interessen vertreten. «Mit Ihnen», so Beck, «kommt wieder mehr Stimme für diese Kinder in die Gesellschaft und die Politik.» Auch im Berufsalltag brauche es Standfestigkeit. Beck verglich das Arbeitsfeld mit einer Rose: «schön, aber auch dornenreich». Nicht alles lasse sich durchsetzen, manchmal brauche es Durchhaltevermögen. Zudem seien neben fundiertem Fachwissen vor allem Neugier, Empathie und eine zugewandte Haltung entscheidend. «Wer bereit ist, sich konsequent für die Kinder einzusetzen, hat einen anspruchsvollen, aber wunderschönen Beruf gewählt», schloss Beck seine Rede. (Text/Bild: pd phsg jw)


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