Bei Spaziergängen durch eher schattige und feuchte Wälder kann man mit etwas Glück einer ungewöhnlich aussehenden Pflanze begegnen. Aus einem Stängel entspringt ein Quirl aus meist vier, selten fünf Blättern, die in der Mitte einen Blütenstiel mit einer einzelnen Blüte und später einer schwarzblauen Beere tragen. Das ist die Einbeere mit dem lateinisch-griechischen Namen Paris quadrifolia. Italienisch heisst sie «Uva di volpe», rätoromanisch «Parisetta quadra».
Der wissenschaftliche Name Paris bezieht sich auf die griechische Mythologie und hat nichts mit der französischen Hauptstadt zu tun. Die schwarzblaue Beere wird gelegentlich von Waldmäusen gefressen und die Samen dadurch verbreitet.
Über kriechende Rhizome breitet sich die Einbeere im Waldboden aus und bildet dann mancherorts flächige Bestände. Diese hübsche Pflanze wird nur 10 bis 30 cm gross, die genetisch identischen Klone der Einbeere können (gemäss Angaben aus der Literatur) jedoch mehr als 200 Jahre alt werden. Schnell- und hochwüchsige Arten wie zum Beispiel die Himbeere können der sonst eher genügsamen Art das nötige Licht am Waldboden rauben und sie verdrängen. Vor allem Kinder sollten die schwarz-blaue Frucht nicht mit einer Heidelbeere verwechseln. Der Genuss mehrerer Beeren kann zu Brechreiz, Magenkrämpfen, Durchfall, Kopfschmerz oder Schwindel führen. (Text/Beitragsbild oben: Gieri Battaglia)


