Das Kornhaus braucht eine tragfähige Vision

Gestern fand die öffentliche Kornhaus-Besichtigung mit Thomas K. Keller, Dipl. Architekt ETH BSA SIA, und Michael Niedermann, Leiter der Denkmalpflege des Kantons St.Gallen, statt. Sie erläuterten den aktuellen baulichen Zustand des Kornhauses sowie die Geologie des Baugrundes und zeigte die Voraussetzungen für eine Umnutzung auf. Nebst Stadtpräsident Röbi Raths war auch Regierungsrätin Laura Bucher vor Ort und liess sich informieren.

Rorschacher:innen haben nur schon mit den vielen Planungskrediten grosse Summen in das Wahrzeichen der Stadt gesteckt und Ende der 80er-Jahre sogar die sogenannte „Kornhaus-Initiative“ angenommen, die eigentlich die Nutzbarmachung dieses Kulturgebäudes am Hafen verlangt. Das Kornhaus präsentiere sich baulich immer noch in einem guten Zustand.

Der samstägliche Rundgang dürfte denn wahrscheinlich auch nicht der letzte gewesen sein. Stadtpräsident Röbi Raths will weitere Informationen im Herbst auch im Rahmen zur Vorlage für einen neuen Hafenplatz geben, allenfalls sogar mit einem Workshop, zu welchem die Bevölkerung einladen werden soll. Fazit: Man kann den Realitäten noch so lange ins Auge blicken – das Rorschacher Kornhaus wird auch die nächsten Generationen auf Trab halten. Aber ein Lichtblick am Horizont hat sich aufgetan: Denkmalpfleger Michael Niedermann regte an, dass das Rorschacher Kornhaus eine neue Vision brauche, wahrscheinlich über die Stadtgrenzen hinaus. Und beim Apéro fragte Regierungsrätin Laura Bucher unseren Stadtpräsidenten, ob er schon für eine Projektleitung eine „Miss Kornhaus“ oder einen „Mister Kornhaus“ im Fokus habe, der in dieser Frage den Lead übernehmen könnte. Und die Reaktion unseres Präsidenten waren dann nicht einmal abwehrender Natur…

Das Kornhaus wird uns weiterhin begleiten. Es steht ja auch schon lange da. Vor 250 Jahren wurde mit dem Bau begonnen.