Ein Gastbeitrag von Dominik Gemperli

Der Gemeindepräsident von Goldach, Dominik Gemperli, ist noch an das Rorschacher Echo heran getreten mit der Bitte, eine persönliche Stellungnahme veröffentlichen zu dürfen. Voilà – auch ganz im Sinn einer breiten Auseinandersetzung mit der aktuellen Thematik der medizinischen Versorgung in der Region.

Grosse Chance für die Region

«Die Übernahme der ehemaligen Klinik St. Georg durch die Berit Klinik AG ist eine grosse Chance. Nicht nur für Goldach, sondern für die ganze Region. Die Inbetriebnahme einer leerstehenden und top ausgestatteten Spitalinfrastruktur durch eine renommierte Anbieterin macht Sinn. Nicht nur vor dem Hintergrund der medizinischen Versorgung, sondern auch unter Berücksichtigung von volkswirtschaftlichen Überlegungen.

Die Streichung von Rorschach als Spitalstandort ist vor dem Hintergrund einer persönlichen oder individuellen Perspektive bedauerlich. Letztlich war dieser Entscheid im Kontext einer veralteten Infrastruktur und der räumlichen Nähe zu St. Gallen aber absehbar. Sicher auch für jene Exponenten, welche sich nun medienwirksam für ihr Spital einsetzen und all diejenigen scharf kritisieren, welche eine andere Meinung pflegen. Nur, ist das eine nachhaltige Politik? Geht es nicht vielmehr darum, die Anliegen der Gesundheitsversorgung einer ganzen Region ins Zentrum zu rücken, wo neben einem angedachten Gesundheits- und Notfallzentrum in Rorschach auch eine Privatklinik ihre Berechtigung haben darf. Letztlich werden mit der Ansiedlung der Berit Klinik über die nächsten Jahre zwischen 80 bis 100 Arbeitsplätze geschaffen. Kein Pappenstiel in einer Zeit, welche mit schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu kämpfen hat. Aber klar, man kann alles schlecht reden.

Kantonsrat Sandro Wasserfallen und dem Autor dieses Berichts wurde vorgeworfen, wir hätten uns im Rahmen der Spitaldebatte in einer geschmacklosen Weise für eine Privatklinik eingesetzt und damit den Spitalstandort Rorschach verhindert. Mit Verlaub, aber solche Aussagen sind nur etwas: Blödsinn. Der Entscheid, Rorschach als Spitalstandort aufzugeben, war zum aktuellen Zeitpunkt nicht mehr abwendbar. Ich verweise an dieser Stelle auch auf ein Interview mit Bruno Damann im Tagblatt. Aber genau darum und mit diesem Wissen blieb es umso wichtiger, Initiative zu zeigen, die Kräfte zu bündeln und für eine umfassende Gesundheitsversorgung zu kämpfen, welche neben neuen Arbeitsplätzen auch zusätzliches Steuersubstrat in die Region bringt. Die Berit Klinik ist bereit und sehr interessiert, die Wiedereröffnung nun Schritt für Schritt und im Dialog mit dem Kanton und Vertretern der Ärzteschaft in Rorschach, Goldach und der ganzen Region vorzubereiten.

Und vergessen wir einen letzten Punkt nicht: Kann Rorschach die Parzelle des heutigen Spitals künftig baulich entwickeln, sind damit hervorragende und ganz neue Perspektiven für die wunderschöne Hafenstadt verbunden. Mir persönlich ist es wichtig, dass sich Goldach und Rorschach trotz den bestehenden Gemeindegrenzen als Partner verstehen und Situationen geschaffen werden, die für die ganze Region einen Nutzen stiften.

Lamentieren ist einfach. Handeln ist besser.»

Dominik Gemperli, Gemeindepräsident Goldach




6 Kommentare zu "Ein Gastbeitrag von Dominik Gemperli"

  1. Lichtblick im Spital-Trauerspiel
    Die Berit AG beabsichtigt Übernahme und Führung der St.-Georg-Klinik in Goldach und setzt damit ein Zeichen der Hoffnung in der leidigen Krankenhaus-Diskussion. Die Infrastruktur des 28-Betten-Spitals soll intakt sein und mit der Reaktivierung des Betriebs könnten bis zu einhundert Arbeitsplätze generiert werden. Ausschlaggebend für Erfolg und Akzeptanz beim Volk wird eine möglichst breitgefächerte Leistungsvereinbarung zwischen Regierung und Betreiberin sein. Die Kantonsparlamentarier Sandro Wasserfallen (SVP) und Dominik Gemperli (CVP) unterstützen und begleiten den tauglichen Beitrag zur Entschärfung des Problems. Die politische Linke im Kornhaus-Städtchen murrt allerdings und reagiert mit Unmut auf den Einsatz der bürgerlichen Volksvertreter. Möglicherweise ist es lediglich Neid und Ärger darüber, dass die Idee nicht auf dem eigenen Mist gewachsen ist. Sei’s drum – den beiden Politikern gebührt Anerkennung und Dank.

  2. Sehr gute Kommentare von Dominik Gemperli und
    Erich lmboden

  3. Sehr geehrte Herren Gemperli, Wasserfallen, Imboden, Schneider
    Herr Gemperli, wenn Sie von Steuersubstrat reden geht es doch nur um Goldach und nicht um die Region. Der Omnipräsente Herr Wasserfallen lügt doch das Stimmvolk seit Jahren an. Damals, als es um die Information betreffend Zusammenführung der drei Gemeinden Goldach, Rorschacherberg und Rorschach ging hat er an vorderster Front die Stimmbürger brandschwarz angelogen. Was nun aber Herr Imboden in seinem Kommentar schreibt ist schlichtweg lächerlich. Herrn Schneider seine Meinung interessiert so oder so niemand.

    Wie wäre es, Herr Gemperli, einmal eine Zufahrt zum Goldacher Industriebgebiet zu realisieren. Es ist natürlich einfach die komplette Infrastruktur vom Nachbarn zu benutzen und dann noch über die „Rorschacher“ herzuziehen.

  4. Sehr geehrter Herr Dickenmann

    Vielen Dank für Ihre Meinung. Nur soviel: Ich würde mir nie erlauben, über die Rorschacherinnen und Rorschacher „herzuziehen“. Ich würde gerne wissen, welche Bemerkung in meinem Beitrag eine solche Einschätzung erlaubt. Ich schätze die Rorschacherinnen und Rorschacher ausserordentlich, fühle mich aber trotzdem legitimiert, meine Sichtweise zur Inbetriebnahme einer Privatklinik in Goldach zu schildern. Wir leben schliesslich in einer Demokratie und die freie Meinungsäusserung gehört zu den Grundprinzipien. In diesem Sinne danke ich dem Rorschacher Echo für die Einräumung einer entsprechenden Möglichkeit.

    Die Gemeinde Goldach stellt bereits heute eine grosse Zahl an Arbeitsplätzen zur Verfügung und trägt die entsprechenden Immissionen. Im Gebiet Thannäcker (Schuppis) bspw. entstehen – neben den vielen bereits bestehenden – weitere hochwertige Arbeitsplätze durch die Ansiedlung der Kellenberger AG. Die neue Erschliessungsstrasse ab der Tübacherstrasse ist bereits Anfang des nächsten Jahres baulich realisiert. Davon und von den vielen Arbeitsplätzen profitiert die ganze Region.

    Weiter sorgt der geplante A1-Anschluss im Witen – auf Goldacher Gemeindegebiet notabene – mit der neuen Kantonsstrasse zum See für eine neue Erschliessung der Industriebetriebe an der Blumenfeldstrasse. Und bitte vergessen Sie nicht, dass mit der neu realisierten Umfahrung im Mühlegut inklusive realisierter Unterführung unter dem SBB-Bahntrasse hindurch, der Verkehr von und nach Rorschach, Rorschacherberg und Untereggen eine neue Linienführung über das Goldacher Gemeindegebiet erfahren hat. Dafür wurde eigens eine bestehende Sackgasse verlängert, durch bewohntes Gebiet hindurch. Es ist also wahrscheinlich nicht nur falsch, sondern auch unpassend und unfair zu behaupten, die Goldacherinnen und Goldacher benützten die Rorschacher Infrastruktur bzw. in diesem Sinne eine fehlende regionale Solidarität zu unterstellen.

    Schade, ich bin ein grosser Verfechter einer fairen Betrachtungsweise und empfinde einen Dialog in der Region als ausgesprochen wichtig. Ebenfalls bedauerlich, dass andere Meinungen mit beleidigenden Voten begegnet werden muss.

    Herzlichen Dank für Ihre Kenntnisnahme.

    Dominik Gemperli, Gemeindepräsident Goldach

  5. Hallo Herr Dickenmann ,Ihre Aussage meine Meinung interessiert so oder so niemand qualifizieren sie sich selber,Sie nicht für eine aufbauende Diskussion bereit,wie kann ein Mensch nur so selbstherrlich sein👎😜

  6. Geschätzter Herr Dickenmann
    Mit einem beleidigenden Rundumschlag reagieren Sie auf Meinungen, die nicht in ihr politisches Credo passen. Solche Reaktionen sind in der Regel besorgniserregende Merkmale eines arg lädierten Demokratieverständnisses.
    Übrigens! Da kommt mir unverhofft eine uralte Volksweisheit in den Sinn, die bereits in Tischreden des ausgehenden Mittelalters verbreitet wurde:“Getroffene Hunde bellen.“

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