Feldschützen Rorschach feiern den 400. Geburtstag

Auf stolze 400 Jahre dürfen die Feldschützen Rorschach an ihrer nächsten Hauptversammlung zurückblicken. Das Jubiläumsjahr wird einige Feierlichkeiten nach sich ziehen.

Da erblasst sogar der Rorschacher Gewerbeverein Rorschach ein bisschen, der es immerhin auch auf stattliche 322 Jahre bringt. Mit 400 Jahren ist da aber die Feldschützen-Gesellschaft Rorschach deutlich älter. Seit 1620 sind die Schützen aktiv organisiert. Das für nächsten Samstag geplante Fest anlässlich der Jubiläumsversammlung werden die Feldschützen aufgrund der Corona-Viren aber erst zu einem späteren Zeitpunkt abhalten. Im Herbst wird auch die Bevölkerung begrüsst. «Mit grosser Freude möchten wir Sie herzlich zum 400-Jahr Jubiläum der Feldschützen-Gesellschaft Rorschach am 11., 18. und 19. September 2020 in der Gemeinschaftsschiessanlage Witen in Goldach einladen», schreibt Vereinspräsident Emil Winter in der Jubiläumschronik.

Über Ebnet und Sulzberg auf Witen
Ein stolzes Alter verbunden mit einer ebenso stolzen Geschichte. Seit 1620 ist so einiges passiert, sowohl innerhalb des Vereins als auch in der weiten Welt. Die Reformation, der Dreissigjährige Krieg, die Französische Revolution, Napoleons Siegeszug durch Europa, der Erste und Zweite Weltkrieg; dies ist nur eine kleine Auswahl an Ereignissen, die sich seit Gründung der Feldschützen-Gesellschaft Rorschach zugetragen haben. All die äusseren Widrigkeiten hinderten den Schützenverein in 400 Jahren nie daran, unbeirrt den eigenen Weg durch die Geschichte zu gehen.

Auch bezüglich der diversen Schiessstände hat sich in all den Jahren einiges getan. Nach dem Schiessstand im Ebnet wurde 1909 der Schiessstand auf dem Sulzberg erbaut, der während sechs Jahrzehnten als Kampfplatz der Rorschacher Schützen galt, dann aber dem Autobahnbau weichen musste. Seit 1972 sind die Schützen in der Schiessanlage Witen in Goldach beheimatet.

Vor 100 Jahren war es eine Viehseuche
«Die Feldschützen-Gesellschaft durchlebt ereignisreiche 1990er-Jahre. Endlich wird 1992 die lang erdauerte Totalrevision der Vereinsstatuten abgeschlossen. Die wichtigste Anpassung: Frauen werden fortan als gleichberechtigte Mitglieder aufgenommen. Ein weiterer Höhepunkt der Dekade ist das kantonale Schützenfest von 1994. Bereits zum vierten Mal waren die Rorschacher Feldschützen für die Durchführung mitverantwortlich. Ein Jahr darauf feiern die Feldschützen den 375. Geburtstag mit einem Jubiläumsschiessen.

Wieder 25 Jahre später steht das nächste Jubiläum an: 400 Jahre Feldschützen-Gesellschaft Rorschach. Das Verbandsschiessen der Region St.Gallen (RSV) soll dem Fest einen würdigen Rahmen geben. Indes ist wohl jetzt schon klar, dass das anstehende Jubiläum gelungener sein wird als das 300-jährige. Damals nämlich hat eine Viehseuche zur Absage respektive Verschiebung des Jubiläumsschiessens geführt. Doch bei einer derart langen und bewegten Vereinsgeschichte ist eine solche Anekdote halt nur noch am Rande erwähnenswert», ist aus der Festchronik zu entnehmen. Bleibt einfach zu hoffen, dass nach der Viehseuche vor 100 Jahren nun nicht noch der Corona-Virus der Feldschützen-Gesellschaft einen Strich durch die Rechnung macht.

Festakt im Oktober
Der eigentliche Festakt ist auf den 3. Oktober 2020 angesetzt. Neben einem Festgottesdienst und einem Apéro darf auch das typische Feldschützen-Menu nicht fehlen: Mehlsuppe und Feldschützenbraten – und natürlich einige Festansprachen von vielen geladenen Gästen. Die genauen Details zu den beiden Anlässen im September und Oktober folgen nach den Sommerferien. Vorerst reicht es, dass sich Interessierte die Daten vormerken. (pd)




1 Kommentar zu "Feldschützen Rorschach feiern den 400. Geburtstag"

  1. Vorerst Gratulation an die Feldschützen Rorschach.
    Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass ein Verein mit vaterländischen Wurzeln ein derart hohes Jubiläum feiern darf.

    Anfrage an Emil Winter:
    Organisieren die Feldschützen im Rahmen ihrer Festlichkeiten im September auch ein öffentliches Volksschiessen? Wäre doch eine „gäbige“ Gelegenheit das Schiesswesen bei Jung und Alt wieder ein bisschen bekannter zu machen.

    Mit kameradschaftlichen Grüssen: Erich Imboden

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