Stadtpräsi-Wahl: Notbremse ziehen!

Im bisherigen Wettbewerb zur Wahl des Rorschacher Stadtpräsidenten haben sich drei Kandidaten vorgestellt. Keiner konnte den sicheren Eindruck erwecken, dass er tatsächlich das Format für diesen anspruchsvollen Job habe.

Während zehn Jahren suchte Rorschach sein Heil schwergewichtig im Wohnungs- und Strassenbau. Rorschach hat viel Steuergelder für Projektierungen ausgegeben, die entweder nie oder mit erheblichen Mängeln realisiert wurden. Vorläufiger Schlusspunkt dieser bedrohlichen Tradition ist die Strassenunterführung beim Stadtbahnhof. Nach wie vor verzögert sich eine Lösung fürs Kornhaus, den Kabisplatz und das Hotel Anker. Jahrelange Diskussionen um das Strandbad haben weder zu seiner Sanierung noch zu seiner Verlegung geführt. Inzwischen ist das Stadthofrestaurant geschlossen, der Stadthofsaal quasi ein Sanierungsfall. Inzwischen sind Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe in die Nachbargemeinden sowie Industriebetriebe ins Ausland abgewandert. Nun bleibt nur noch der Griff nach einem Strohhalm: dem Autobahnanschluss.

Die Regionalparteien haben sich in einen Dornröschenschlaf narkotisiert. Jetzt ist fünf vor zwölf fürs Ziehen der Notbremse. Rorschach braucht keinen Lokalpolitiker als Stadtpräsidenten, sondern einen führungsstarken, lösungsorientierten, Stadtmanager. Mit dessen Suche sollte ein kompetenter Headhunter beauftragt werden. Dieser hat drei Kandidatinnen oder Kandidaten zu finden, die sich der Wahl durch die Rorschacherinnen und Rorschacher stellen. Idealerweise sollten auch die seit mehr als fünf, zehn oder zwanzig Jahren in Rorschach niedergelassenen, erwachsenen Ausländerinnen und Ausländer mitwählen dürfen.

Die Regionalparteien hätten es noch in der Hand, sich gemeinsam zu diesem Weg für die Besetzung der Stadtpräsistelle aufzuraffen. Diverse Gemeinden haben es vorgemacht. Andernfalls (nach dem endgültigen Bankrott der Regionalparteien) zu prüfen wäre, ob eine Einzelinitiative zur Abstimmung durch eine ausserordentliche Bürgerversammlung diesen Stein kurzfristig ins Rollen bringen könnte.

Die Hoffnung, dass möglichst viele Neubauwohnungen steuerkräftige Neuzuzüger anlocken, hat sich in den letzten Jahren (der Blick auf die Rorschacher Jahreserträge aus Einkommens- und Vermögenssteuern beweist es) leider nicht erfüllt. Weitere Schritte Rorschachs in die Sackgasse einer Schlafgemeinde müssen gestoppt werden. Das jedenfalls meint sorgenvoll grüssend

 Ihr Federfuchser




4 Kommentare zu "Stadtpräsi-Wahl: Notbremse ziehen!"

  1. Erika Müller | 5. April 2019 - 13:50 um 13:50 |

    Wie wäre es wenn sich der Federfuchser mal outen würde, oder gar selber als Stadtpräsident kandidieren, wenn er schon so genau weiss was alles falsch ist in Rorschach? Anonym kritisieren ist einfach, aber gute, umsetzbare Ideen bringen, das wäre jetzt gefragt.

  2. Dickenmann René | 5. April 2019 - 15:18 um 15:18 |

    Auch ich möchte wissen wer hinter dem Federfuchs steckt, der so unangebrachte Kommentare abgibt. Ich würde Ihm oder Ihr gerne einmal erklären, wo uns Rorschachern effektiv der Schuh drückt. Nur als Beispiel: Sozialkosten im Vergleich mit unserren tollen Nachbargemeinden, oder das Goldacher Industriegebiet, das nur über Rorscher-Strassen erreicht werden kann, oder unser Schulsystem, oder das Verkehrsgesetz speziell in Rorschach usw.

  3. Liebe Rorschacherinnen und Rorschacher

    Ja in der Tat geht manches in Rorschach einen erstaunlichen (Um)Weg und an den Bürgern vorbei. Unser Rorschach besteht aus einem Grossteil emigrierter Menschen, diese sollten mitbestimmen und mit gestalten. Das ist die erste Forderung, zweitens muss die Seepromenade gastfreundlich gestaltet werden (oder was würden Sie mit 36 Millionen anstellen?), drittens müssen die Strassen in Rorschach grösstenteils im Einbahnverkehr geregelt werden.

    • Erika Müller | 6. April 2019 - 08:28 um 08:28 |

      Emigrierte Menschen haben die Möglichkeit mitzubestimmen wenn sie das möchten. Sie können sich einbürgern lassen. Paluan, wann sind sie zum letzten Mal an der Seepromenade gewesen. Ich persönlich finde es mit dem wunderbaren Blumenschmuck und den neuen Sitzgelegenheit einladend. Auch die Bänkli zwischen Kornhaus bis Arion laden zum verweilen ohne Konsumzwang ein. Schauen Sie die ganze Anlage mal mit „fremden Augen“ an. Weshalb hat es denn an schönen Tagen soviele Leute am See?
      Einbahnverkehr würde vermutlich zu mehr Verkehr führen da man ja dann evtl „Runden drehen“ müsste bis man am gewünschten Ort ist.

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