„Und dann ist man sprachlos und erschüttert“

Der Vespaclub Rorschach hat über das vorletzte Wochenende ein Versprechen eingelöst und Hilfe in die Erdbebenstadt Amatrice gebracht. Das Beitragsbild oben zeigt den Präsidenten Ralph-Antonio Fontanive.

Im September letzten Jahres hat der Vespaclub Rorschach sein allererstes Treffen auf dem Kabisplatz in Rorschach durchgeführt. Gesammelt haben sie an diesem Fest für die Erbebenhilfe in Amatrice. 17 Mitglieder haben sich am Freitag, 27. April, aufgemacht, zusammen mit vielen anderen Vespaclubs das gesammelte Geld direkt vor Ort zu übergeben. «Die Reise verlief ohne Probleme und glücklicherweise aus unfallfrei», sagt Vereinspräsident Ralph-Antonio Fontanive. «Wir wurden bereits um 14 Uhr von Luciano Grassi, dem Organisator des ganzen Events, in Pontedera festlich empfangen und durften natürlich im Piaggo-Werk die heiligen Hallen des Vespa Museums betreten».

Noch am gleichen Tag fuhr die Truppe nach Assisi, wo auch übernachtet wurde und die eigenen Vespa aus den Lieferwagen geholt wurden. Der Samstag stand dann im Zeichen der Franziskaner-Stadt und immer mehr Vespa trafen ein. «Das gemütliche Beisammensein mit so vielen Vespa Fahrern und die vielen Gespräche mit anderen Vereinen waren für mich eine tolle Erfahrung», so Fontanive. «Das Gruppenbild aller Teilnehmenden vor der Basilika wird einen ganz besonderen Platz in unserem Clublokal an der Mariabergstrasse erhalten».

Am Sonntagmorgen starteten in Assisi 140 Vespa in Richtung Amatrice. Bei der Ankunft waren es dann 310. Die «Karawane der Hoffnung» wurde auf der Hinfahrt immer grösser. «Unmittelbar vor Amatrice mussten wir die «Brücke der Wiedergeburt» passieren, die beim Erdbeben ebenfalls zerstört und dann als einzige Verbindung zum Ort rasch provisorisch repariert wurde», blickt der Präsident zurück. «Und dann waren wir alle eigentlich nur noch sprachlos und erschüttert. Vespa Fahrer sind grundsätzlich Frohnaturen und reden viel, aber ausser den Motoren hörte man nichts mehr. Kein Gehupe, nichts. Wir alle dachten, dass das nicht möglich sei, was sie zu sehen bekamen. Auch im Wissen, dass das Erdbeben rund eineinhalb Jahr zurückliegt», so Ralph-Antonio Fontanive.

Letztlich waren es insgesamt rund 450 Personen, die mit diesem Tross Amatrice besuchten. «Die Checkübergabe fand mit der Vizebürgermeisterin Alessia Santarelli und in Anwesenheit aller Vespafahrer statt. Der Bürgermeister Sergio Pirozzi, der an diesem Tag noch weitere Termine hatte, empfing aber Luciano Grassi und Vincenzo Catuli persönlich im Rathaus. Mit Frederico Capriotti war ein weiteres Mitglied des Gemeindeartes vor Ort. Alle Beteiligten konnten total 5410 Euro übergeben, die für die Bibliothek im Kulturzentrum der Kirche San Giuseppe gebraucht werden», sagt immer noch ein sichtlich bewegter Präsident. «Wir sind sehr stolz, Teil dieser Aktion gewesen zu sein und unser noch junger Verein hat ein wichtiges Versprechen eingelöst». Und auch wenn die Erinnerungen an Amatrice selbst in Rorschach noch nachhallen, so hat der Vespaclub Rorschach auch sein Beziehungsnetz weiter ausbauen können. «Mit dem Vespaclub Montemurlo haben wir eine Partnerschaft gestartet, die dann im September 2018 an unserem zweiten Vespa-Treffen in Rorschach besiegelt werden soll», freut sich Fontanive. Und selbst mit einem Vespaclub von Carabinieri wurden Bande gestrickt.

Jetzt wird es für den Vespaclub Rorschach etwas beschaulicher. Über die Sommermonate sind viele Besuche im In- und Ausland an Vespa-Treffen geplant und dann beginnen auch die Vorbereitungen für den Event in Rorschach. Am Sonntag, 16. September 2018, verzaubert der Verein den Kabisplatz wieder in einen kleinen Flecken Italien.

Die beiden unteren Bilder wurde am letzten Sonntag aufgenommen. Der Verspaclub Rorschach hat die Vereinsflagge in der Kolumbanskirche Don Piero vorgelegt.

Der Artikel ist heute auch im Tagblatt auf Seite 26 zu finden. Dort sind andere Bilder zu sehen.