Infoabend im Würth Haus zum Autobahnanschluss

Die drei Gemeinden Goldach, Rorschach und Rorschacherberg sind zusammengewachsen und bilden einen gemeinsamen Lebens- und Wirtschaftsraum. Im zusammen mit dem Kanton St.Gallen lancierten Entwicklungsprojekt «AutobahnanschlussPlus» wurden mit Fachexperten grenzüberschreitende Grundlagen erarbeitet, damit sich unsere Region am See auch für zukünftige Generationen positiv entwickeln kann. Die Resultate dieses Masterplans werden heute, 19.30 Uhr, im Würth Haus in Rorschach der Öffentlichkeit präsentiert. Gleichzeitig startet die Vernehmlassung.

Raum- und Verkehrsplanung hört nicht an Gemeindegrenzen auf. Mit einer regionalen Konzeption des Verkehrssystems und einer gemeinsamen Siedlungsentwicklung an den Schnittstellen schaffen die drei Gemeinden nachhaltige Lösungen für die nächsten Generationen. Dafür fassten Fachexperten eine Gesamtsicht in einem gemeindeübergreifenden, interdisziplinären Masterplan zusammen. Er umfasst die Themenbereiche Städtebau, Verkehr, Raumplanung und Wirtschaft und zeigt das Potenzial auf, das sich durch die neue verkehrstechnische Erschliessung unserer Region eröffnen. Die nächsten Projektschritte werden auf dieser Grundlage basieren.

Verkehrslösung als Basis

Insbesondere im Bereich Verkehr wächst der Druck, eine Lösung für die nahe Zukunft zu finden. Die Bahnschranken werden gemäss den aktuellen Plänen der SBB bis ins Jahr 2023 teilweise mindestens 30 Minuten pro Stunde geschlossen sein. Dann wird auch der Bus keine Lücken zur Querung der Bahnlinie mehr finden, um einen Taktfahrplan aufrechtzuerhalten.

Die Basis für die Weiterentwicklung unserer Region bildet darum das regionale Verkehrskonzept. Es besteht aus Teilkonzepten zum Langsamverkehr (Fussgänger und Velofahrer), zum öffentlichen Verkehr und zum motorisierten Individualverkehr. Mit dem geplanten Autobahnanschluss Witen und der Kantonsstrasse zum See entsteht dabei das neue Rückgrat der Basiserschliessung unserer Region. Eine gründliche Evaluation hat ergeben, dass ein Autobahnanschluss im Gebiet Witen von der Machbarkeit und Zweckmässigkeit her geeignet ist, den Verkehr in der Region neu zu organisieren und die Strassen im Siedlungsgebiet sowie die Zentren von Rorschach und Goldach wirksam entlasten kann.

Ganzheitliche Lösung

Der Masterplan zeigt auf, wie die heutige «Stadtlücke» zwischen Rorschach und Goldach geschlossen werden kann. Es soll ein neues, lebendiges, gut durchmischtes Stadt- und Gewerbequartier entstehen. Dabei wird ein optimaler Mix der Kriterien aus Sicht Städtebau, Freiraumplanung und Verkehr angestrebt. Untersucht wurden Entwicklungsmöglichkeiten entlang der neuen Hauptverkehrsachse, ausgehend vom neuen Autobahnanschluss. Dieser dient als Mittel zum Zweck und wird die regionale Siedlungsentwicklung massgeblich beeinflussen: Mit ihm entsteht ein neuer, übergeordneter Zugang zur Region am See.

Bevölkerung informieren und einbinden

Der durch die Gemeindebehörden genehmigte Masterplan umfasst rund 100 Seiten und enthält viele technische Details und Fachausdrücke. Für die Information der Bevölkerung wurden darum die wichtigsten Elemente in einem Informationsflyer zusammengefasst. Parallel dazu stehen eine Website und eine App mit zusätzlichen Zusatzinformationen und einem digitalen 3D-Modell als Informationsquelle zur Verfügung. Zudem wird Gruppen die Möglichkeit geboten, im Technischen Zentrum Marmorsäge TZM in Goldach Informationsabende abzuhalten. Dort können die Projektelemente am Gipsmodell erklärt werden.

Mit der heutigen Informationsveranstaltung im Würth Haus in Rorschach wird die Vernehmlassung in der Bevölkerung sowie bei den politischen Parteien und Interessengruppen gestartet. Die Rückmeldungen werden in eine Überarbeitung des Masterplans einfliessen. Neben den Gemeindebehörden wird mit Regierungsrat Marc Mächler und Jürg Röthlisberger, Direktor des Bundesamtes für Strassen, auch die kantonale und nationale Ebene vertreten sein. (pd)