5,2 % Stimmbeteiligung und Bussenärger

An der gestrigen Bürgerversammlung trafen sich 217 StimmbürgerInnen im Stadthofsaal. Stapi Thomas Müller konnte die Geschäfte relativ zügig behandeln. Ein Antrag von SP-Präsident Joachim Huber, nicht mit einem an einen Taschenspielertrick erinnernden Griff in die Deponie-Reserven ein falsches Signal auszusenden, hatte keine Chance. Rechnung und Voranschlag passierten wie vom Stadtrat gewünscht.

Zu reden gab es aber dennoch einiges. Der verlotterte Zustand der Rorschacher Schulhäuser wurde ebenso kritisiert wie der fehlende Antrag des Stadtrates betreffend Begegnungs- und Spielplatz auf dem Trischliplatz. Man merkte schon am Applaus, dass sich da die StimmbürgerInnen mehr oder weniger einig waren und sich nicht mehr länger vertrösten lassen wollen. Man darf heute schon gespannt sein, wie diese Geschichte nächstes Jahr die Bürgerversammlung beleben wird.

Viel Applaus gab es auch für jene Voten, die das herrschende Bussenregime und anscheinend immer noch mit viel zu wenig Fingerspitzengefühl agierende Sicherheitspersonal massiv kritisierten. Es dürfte allen im Saal schnell kar geworden sein, dass da seitens der Stadt als Auftraggeber für diese Sicherheitsdienste Handlungsbedarf bestehen dürfte. Da kocht die Volksseele …

Und dann hat man gestern Abend so by the way erfahren, dass Rorschach so mir nichts dir nichts die Spielplatzkommission aufgelöst hat. Das dürfte noch die eine oder andere Folgegeschichte nach sich ziehen. Dem Stadtrat wurde von den StimmbürgerInnen beauftragt, sich für einen definitiven Seebusbetrieb einzusetzen. Nach Goldach hat nun also auch Rorschach die Regiobus-Ampel auf grün gestellt. Jetzt muss nur noch Rorschacherberg am 3. April nachziehen.

Das schönste am gestrigen Abend war die Tatsache, dass sich immer mehr BürgerInnen an der Bürgerversammlung zu Wort melden und einerseits einfach nachfragen (zusätzliche Haltestellen für den Seebus), Informationen einfordern (Planungsstand Kernumfahrung) oder kritische Feststellungen (Dichtigkeit der Migros-Tiefgarage) machen. Da scheint sich Rorschach auf gutem Wege zu befinden. Freuen wir uns auf 2014 und vielleicht auch darauf, dass dann mehr als mickrige 5,2 Prozent der StimmbürgerInnen den Weg in den Stadthof finden.