Rathausnarr statt Hofnarr

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Folgende Stellungsnahme von Adda Adda möchte ich in diesem Blog nicht vorenthalten:

Gestern hat das Tagblatt einen Leserbrief unter dem Titel „Politiker statt Rathausnarr“ veröffentlicht. Geschrieben von Raffaele Schacher – mit einem gewichtigen F zwischen Vor- und Nachname. Als selbsternannter Philosoph, Privatgelehrter und Schriftsteller belehrt er uns, dass in früheren Zeiten die Könige ihre Hofnarren bei Missbehagen um einen Kopf kürzer gemacht haben.

Adda Adda hat keinen Hofnarren, sondern einen Rathausnarren vorgeschlagen. Als Philosoph könnte man darüber nachdenken, dass in der heutigen Zeit ein Rathausnarr und ein Stadtpräsident nicht nur eine andere Berufsbezeichnung haben als ein Hofnarr und ein König, sondern sich seit dem Mittelalter die gesellschaftlichen Gepflogenheiten und Berufsbilder verändert haben. Vielleicht würde man dann als in Goldach wirkender Privatgelehrter nicht unterstellen, dass Adda Adda den Rorschacher Stadtpräsidenten als König bezeichnet.

„Der Aufstand der Massen ist vorbei“, erklärt uns der Schriftsteller Raffaele F. Schacher in einem selbstgeschriebenen Aphorismus auf seiner Website, „die Volksverdummung hat sich durchgesetzt.“ Aha. In der Demokratie wählt das Volk seine Regierenden, das Resultat fällt wohl dummerweise entsprechend aus. Vielen Dank. Aber ganz so konsequent meint der Aphoristiker seine Weisheit bezüglich der allerdümmsten Kälber nicht. „Die besten Freunde des Politikers sind Konjunktive.“ Ist Raffaele F. Schacher der Konjunktiv von Thomas Müller? Egal. Was Raffaele F. Schacher von Andersdenkenden zu halten hat, weiss er philosophisch privat gelehrt und schriftstellernd: „Wir haben das Heu nicht auf der gleichen Bühne. Zum Glück. Mein Antipode hat viel mehr Stroh im Kopf.“ Immerhin, einen Strohrest vermutet er auch bei sich selbst. Mit etwas muss man schliesslich das Feuerchen schüren, auf dem man seine Aphorismen und Leserbriefe selbstbeglückend köcheln kann.