Lieber Franz Leu aus Goldach

Dieser Blog ist an und für sich Rorschach vorbehalten. In Rorschach sind eben auch solche Sachen möglich…

Nichts gegen Visionen, Franz Leu. Sie sind unentbehrlich für die Entwicklung. Mit der Vision, die Sie am letzten Freitag in den Bodensee Nachrichten (http://www.bodensee-nachrichten.ch/) auf Seite 4 veröffentlicht haben, ist Entwicklung aber kaum möglich. Ich dachte immer, wir hätten die Zeiten der alten Grabenkämpfe hinter uns gelassen. Dem dürfte aber nicht so sein. Ich möchte auf den Inhalt Ihrer Lesermeinung auch nicht weiter eingehen, denn mir ist es leid, Rorschach immer wieder „verteidigen“ zu müssen. Wenn Sie der Titel „Rorschach mit stärkstem Zuwachs“ ärgert, ist es das eine. Daraus abzuleiten, dass Goldach der richtige Kreishauptort wäre, ist nur absurd. Aber das ist Ihre Meinung. Die habe ich nicht weiter zu kommentieren.

Wie schwer aber eine regionale Entwicklung ist, wird spätestens dann deutlich, wenn Sie schreiben: „…. in einer Diskussionsrunde von gebürtigen Schweizern, in Rom, kam ganz unerwartet der Ort Rorschach in die Gesprächsrunde. Abrupt wurde die Diskussion unterbrochen. Man hätte doch vom Kanton St. Gallen viele andere, blühende Gegenden in Erinnerung, war das Kredo.“ Bei allem nötigen Respekt, Franz Leu, so geht man nicht mit Nachbarn um. Tönt ja fast so, als ob in Rorschach noch die Pest wüten würde!

Ich bin in Goldach aufgewachsen, wohne jetzt seit bald 20 Jahren in Rorschach. Ich kenne also beide Gemeinden relativ gut. Und wissen Sie, Franz Leu, weshalb ich in Rorschach bleibe? Nicht weil ich Spass daran habe, mehr Steuern zu bezahlen, sondern weil ich hier mehr Lebensqualität vorfinde. Die kann man sich nicht kaufen und auch nicht erschleichen. Die muss sich entwickeln. Da hat Rorschach seine Hausaufgaben gemacht. Der Rest ist sekundär.